Neu erschienen: „Selbstwert neu denken“
Bücher von Ralf Baumhöfer
Zwei Bücher aus der therapeutischen Praxis: über die Suche nach Gewissheit und über das Urteil, das Menschen über sich selbst fällen.
NeuErschienen im Oktober 2026
Selbstwert neu denken
Wie du Selbstabwertung verstehst, alte Glaubenssätze hinterfragst und bedingungslose Selbstakzeptanz lernen kannst.
- 36 Kapitel und 36 Arbeitsblätter
- Beispiele, sokratische Fragen und Übungen
- Praxisnah, wissenschaftsorientiert, verständlich
Was, wenn das Problem nicht darin besteht, dass Ihr Selbstwert zu niedrig ist?
Eine Präsentation misslingt. Jemand kritisiert Sie. Eine Beziehung geht zu Ende. Das kann enttäuschen und wehtun. Häufig geschieht dabei aber noch etwas anderes: Aus der Bewertung eines einzelnen Ereignisses wird ein Urteil über die ganze Person.
„Selbstwert neu denken“ stellt die verbreitete Vorstellung infrage, ein Mensch müsse seinen Wert durch Leistung, Anerkennung, Attraktivität oder Erfolg sichern. Eine negative Gesamtnote wird dabei nicht durch eine positive ersetzt. Das Buch fragt, ob es eine Gesamtnote über einen Menschen überhaupt braucht.
Unangenehme Tatsachen werden nicht schöngeredet. Ein Fehler darf ein Fehler bleiben, Kritik kann berechtigt sein. Offen ist nur, was sich daraus über Sie als ganzen Menschen ableiten lässt. Meist deutlich weniger, als es sich in dem Moment anfühlt.
Beurteile das Beurteilbare.
Verweigere die Gesamtnote.Leitgedanke des Buches
- „Meine Präsentation war schlecht.“
- „Ich habe versagt.“
- „Ich bin ein Versager.“
Aus einer Aussage über eine Leistung wird ein Urteil über den ganzen Menschen. Diesen Moment nennt das Buch die Baumhöfer-Note.
Was Sie in „Selbstwert neu denken“ erwartet
- 36 Kapitel
- Von der Frage, wie Selbstabwertung entsteht, bis zur Arbeit mit den eigenen Bewertungsregeln.
- 36 Arbeitsblätter
- Zu jedem Kapitel ein Arbeitsblatt, mit dem Sie eigene Situationen Schritt für Schritt untersuchen.
- Themen
- Innerer Kritiker, Perfektionismus und Leistungsdruck, Vergleiche, Anerkennung und Kritik, Zurückweisung, Körperbild, Schuld und Scham, Grübeln und Rückversicherung.
- Für wen
- Ein Arbeitsbuch für Menschen, die verstehen möchten, wie Selbstabwertung funktioniert, und ihre eigenen Bewertungsregeln prüfen wollen.
Vorder- und Rückseite


Leseprobe aus „Selbstwert neu denken“
Drei Auszüge, wörtlich aus dem Buch. Das Buch spricht seine Leser mit Du an.
Wir können Fähigkeiten beurteilen. Leistungen lassen sich vergleichen. Verhalten kann klug, unklug, fair, rücksichtslos, sorgfältig oder nachlässig sein. Wer einen anderen verletzt hat, muss sich mit seinem Verhalten und dessen Folgen auseinandersetzen. Wer eine Prüfung nicht bestanden hat, kann untersuchen, woran es lag.
Etwas anderes geschieht, wenn aus einer begrenzten Aussage über einen Lebensbereich plötzlich ein Urteil über die ganze Person wird. Aus „Das ist mir nicht gelungen“ wird „Ich bin ein Versager“. Aus „Sie möchte diese Beziehung nicht fortsetzen“ wird „Ich bin nicht liebenswert“. Aus „Andere können das besser“ wird „Mit mir stimmt etwas nicht“.
Der Sprung ist klein. Seine Folgen können groß sein.
Menschen entwickeln Bedingungen, unter denen sie sich selbst akzeptieren dürfen: Ich muss erfolgreich sein. Ich darf niemanden enttäuschen. Ich muss gebraucht werden. Andere müssen mich mögen. Ich darf keine Schwäche zeigen. Mein Körper muss einem bestimmten Ideal entsprechen. Solange die Bedingung erfüllt scheint, entsteht Sicherheit. Aber sie bleibt geliehen.
Dieses Buch soll dir keine bessere Gesamtnote verschaffen. Es geht nicht darum, sich großartig zu finden oder eine negative Selbstbewertung gegen eine positive auszutauschen. Die interessantere Frage lautet: Warum soll aus einer einzelnen Eigenschaft, einer Leistung oder einem Fehler überhaupt eine Gesamtnote für einen Menschen entstehen?
Du darfst stolz sein. Du darfst dich schämen. Du darfst eine Eigenschaft an dir nicht mögen. Du darfst ehrgeizig sein und Ziele verfolgen. Selbstakzeptanz soll Kritik nicht abschaffen. Sie soll verhindern, dass aus jeder Kritik ein Verfahren gegen die gesamte Person wird.
Das Buch verspricht keine dauerhafte Freiheit von Selbstzweifeln. Es verspricht auch keine bestimmte psychologische Wirkung. Es bietet Modelle, Fragen, Beispiele und Übungen, mit denen sich persönliche Bewertungsregeln genauer untersuchen lassen.
Vielleicht müssen wir unseren Wert gar nicht finden. Vielleicht sollten wir aufhören, ihn ständig zu berechnen.
Klient: „Ich hätte diesen Fehler niemals machen dürfen.“
Therapeut: „Was bedeutet ‚niemals dürfen‘? Dass der Fehler vermeidbar war?“
Klient: „Ja. Wenn ich besser aufgepasst hätte, wäre er nicht passiert.“
Therapeut: „Dann können wir festhalten: Mehr Aufmerksamkeit hätte die Wahrscheinlichkeit reduziert. Was folgt daraus über dich?“
Klient: „Dass ich nachlässig war.“
Therapeut: „In dieser Situation?“
Klient: „Ja.“
Therapeut: „Und wie wird daraus ‚Ich bin ein Versager‘?“
Klient: „Weil mir so etwas nicht passieren sollte.“
Therapeut: „Warum nicht?“
Klient: „Weil ich es besser kann.“
Therapeut: „Dann beweist der Fehler zunächst, dass du diesmal unter deinem möglichen Niveau geblieben bist. Warum beweist er einen geringeren Menschenwert?“
Klient: „Wenn du es so auseinandernimmst, eigentlich gar nicht.“
Therapeut: „Macht das den Fehler weniger ärgerlich?“
Klient: „Nein.“
Therapeut: „Gut. Dann müssen wir ihn auch nicht kleiner machen. Wir müssen nur aufhören, ihm eine Aussage zuzuschreiben, die er nicht leisten kann.“
Eine präzise Kritik kann vollständig bestehen bleiben, während die globale Selbstverurteilung ihre scheinbare logische Grundlage verliert.
Selbstwertprobleme funktionieren häufig wie eine unsichtbare Buchhaltung. Gute Leistung: Pluspunkt. Kritik: Minuspunkt. Anerkennung: Pluspunkt. Ablehnung: mehrere Minuspunkte. Attraktives Foto: Plus. Blick in den Spiegel an einem schlechten Morgen: Minus. Am Ende des Tages wird keine Zahl ausgerechnet, und trotzdem entsteht ein Gefühl, als läge irgendwo eine Bilanz.
Diese Buchhaltung besitzt ein methodisches Problem. Sie verrechnet Dinge, die keine gemeinsame Einheit haben. Wie viele berufliche Erfolge entsprechen einer Trennung? Wie viele Komplimente gleichen einen Fehler aus? Wie viele freundliche Handlungen braucht jemand, um eine egoistische Handlung zu kompensieren? Bereits die Fragen zeigen, dass hier keine wirkliche Messung stattfindet.
Trotzdem kann sich die Bilanz sehr real anfühlen. Nach einem Erfolg geht jemand aufrechter. Nach Kritik fühlt er sich kleiner. Dieses Erleben beweist jedoch nicht, dass Menschenwert gewonnen oder verloren wurde. Es zeigt, dass eine Bewertung der eigenen Person stattgefunden hat.
Wer diese innere Buchhaltung erkennt, kann beginnen, die Posten wieder dorthin zurückzubuchen, wo sie hingehören. Die Prüfung gehört zur Leistung. Die Trennung gehört zur Beziehung. Der Fehler gehört zu einer Handlung. Das Körpergewicht gehört zum Körper. Kein einzelner Posten braucht anschließend in eine globale Personenbilanz übertragen zu werden.
Erschienen im September 2026
Erst wenn ich sicher bin
Warum wir grübeln, kontrollieren und nach Gewissheit suchen und wie wir trotz Unsicherheit handlungsfähig bleiben.
- 36 Kapitel mit Kapitelgrafiken
- Fallbeispiele, Reflexionsfragen und Übungen
- Praxisnah, wissenschaftsorientiert, verständlich
Die Antwort liegt vor. Warum beginnt die Prüfung von vorn?
Eine Entscheidung ist vorbereitet, die wichtigsten Informationen liegen vor. Trotzdem wird noch einmal geprüft, nachgefragt oder weitergedacht. Die kurzfristige Beruhigung hält nicht lange. Schon bald beginnt die nächste gedankliche Kontrolle.
„Erst wenn ich sicher bin“ untersucht, wie Grübeln, Kontrollieren, Rückversicherung und Perfektionismus zusammenhängen, wenn Gewissheit zur Voraussetzung für das Handeln wird.
Reale Risiken und notwendige Kontrollen werden ernst genommen. Es geht nicht um ein pauschales Loslassen, sondern um einen angemessenen Umgang mit jenem Teil der Unsicherheit, der sich auch durch weiteres Prüfen nicht beseitigen lässt.
Einfluss statt Garantie.
Bewältigung statt Gewissheit.Leitlinie des Buches
- „Die Nachricht ist beantwortet.“
- „Aber war sie nur höflich?“
- „Ich frage lieber noch einmal nach.“
Die Antwort ist da, und trotzdem soll die nächste Information endlich Gewissheit bringen. Genau diese Schleife untersucht das Buch.
Was Sie in „Erst wenn ich sicher bin“ erwartet
- 36 Kapitel
- Jedes Kapitel mit eigener Grafik, die den Mechanismus auf einen Blick zeigt.
- Fallbeispiele
- Situationen aus dem Alltag, in denen Prüfen und Rückversichern kein Ende finden.
- Reflexionsfragen und Übungen
- Damit Sie die eigenen Muster erkennen und daran arbeiten können.
- Für wen
- Für Therapeuten, Berater und Coaches sowie für Leser, die diese Mechanismen genauer verstehen möchten.
Vorder- und Rückseite


Leseprobe aus „Erst wenn ich sicher bin“
Drei Auszüge, wörtlich aus dem Buch. Das Buch spricht seine Leser mit Du an.
Eine Frage kann beantwortet sein und trotzdem nicht enden.
Die Nachricht wurde gelesen. Der Arzt hat seine Einschätzung gegeben. Der Partner hat geantwortet. Die Entscheidung ist sachlich vorbereitet. Die Tür wurde kontrolliert. Eigentlich könnte es weitergehen.
Und dann kommt dieser eine Satz. Vielleicht doch. Vielleicht habe ich etwas übersehen. Vielleicht meint er es anders. Vielleicht war die Untersuchung nicht gründlich genug. Vielleicht bereue ich die Entscheidung später. Vielleicht hätte ich noch einmal prüfen sollen.
An diesem Punkt beginnt das Thema dieses Buches. Denken ist dabei nichts Verdächtiges. Wir brauchen es. Wir vergleichen Möglichkeiten, korrigieren Fehler, wägen Risiken ab und versuchen zu verstehen, was um uns herum geschieht. Wer vor einer weitreichenden Entscheidung steht, darf länger nachdenken. Wer widersprüchliche Informationen erhält, sollte nachfragen. Und wer eine medizinisch notwendige Kontrolle braucht, braucht sie auch dann, wenn vollständige Sicherheit grundsätzlich nicht erreichbar ist.
Schwierig wird etwas anderes: Wir geben unserem Denken einen Auftrag, den es nicht erfüllen kann. Es soll beweisen, dass nichts schiefgehen wird. Es soll garantieren, dass wir eine Entscheidung niemals bereuen. Es soll herausfinden, was ein anderer Mensch wirklich über uns denkt, und zwar so eindeutig, dass anschließend kein Zweifel mehr auftreten darf. Oder es soll einen Fehler ausschließen, bevor überhaupt gehandelt wird.
Dann verändert sich die Aufgabe. Aus sorgfältigem Prüfen kann Kontrollieren werden. Aus Nachdenken wird Grübeln. Eine Rückfrage reicht nicht mehr lange, weil ihre beruhigende Wirkung wieder verschwindet. Die nächste Information soll nicht nur informieren. Sie soll Gewissheit herstellen.
Die Nachricht liegt vor. „Nein, ich war nicht verärgert“, hat die Kollegin geschrieben. Clara liest den Satz noch einmal, obwohl sie ihn beim ersten Mal verstanden hat. War die Antwort nur höflich? Hat die Kollegin keine Lust auf eine längere Erklärung? Und warum hat sie diesmal keinen Smiley verwendet?
Vor einer Viertelstunde fehlte Clara eine Information. Jetzt besitzt sie die Information und prüft, ob sie ihr glauben darf. Es wäre leicht, die Kollegin noch einmal zu fragen. Schwerer ist die Frage, welche Antwort diesmal genügen würde.
Clara ist eine erfundene Person. An ihrer Geschichte lässt sich aber ein Problem untersuchen, das nicht dadurch verständlicher wird, dass wir es vorschnell „zu viel Denken“ nennen: Eine Antwort kann vorhanden sein, während der Auftrag, völlige Gewissheit herzustellen, unerledigt bleibt.
„Wahrscheinlich passt der Raum“ klingt schwächer als „Er ist garantiert richtig“. Die zweite Aussage ist allerdings nicht deshalb besser, weil sie beruhigender klingt.
Eine begründete Einschätzung darf ihre Grenze nennen. Miriam kann sagen: „Nach den Besichtigungen und den vorliegenden Informationen spricht mehr für Raum A.“ Dieser Satz behauptet etwas über ihre heutige Entscheidungslage. Er behauptet nicht, alle künftigen Entwicklungen zu kennen.
Wir brauchen auch keine erfundene Prozentzahl, damit die Einschätzung wissenschaftlich aussieht. Ohne passende Daten wäre „zu 97 Prozent richtig“ nur eine präzise klingende Vermutung. Bei zahlreichen persönlichen Entscheidungen bleibt eine qualitative Abwägung angemessener: Welche Gründe tragen, welche Nachteile sind absehbar, und was würde eine Änderung der Einschätzung rechtfertigen?
Beide Bücher bei Amazon
Gebunden erhältlich, „Erst wenn ich sicher bin“ auch als Kindle-Ausgabe.