Behandlungsmethoden in unserer Praxis


Wir stellen Ihnen eine Behandlungsmethode vor. Die „Problemorientierten Kognitiven Psychodiagnostik (PKP)“ Die Arbeit an der Ursache für das Symptom.


Therapiezentrum Roth
Therapiezentrum Roth

Ein neuer Weg zur Veränderung

Viele Menschen kämpfen mit psychischen Belastungen wie Ängsten, Selbstzweifeln, depressiven Verstimmungen oder anhaltendem Stress. Vielleicht haben auch Sie schon verschiedene Ansätze ausprobiert – sei es durch Selbsthilfe, Coaching oder sogar eine klassische Psychotherapie. Doch oft kehren die Probleme nach einer Weile zurück, und die alten Muster scheinen unausweichlich.

Doch was wäre, wenn es eine Therapiemethode gäbe, die nicht nur an den oberflächlichen Symptomen arbeitet, sondern direkt an den tieferliegenden Denk- und Emotionsmustern, die Ihre Probleme aufrechterhalten?

Hier setzen wir mit Problemorientierter Kognitive Psychodiagnostik (PKP) an – eine erweiterte Form der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), die über das klassische Modell hinausgeht. Sie wurde von meinem Ausbilder Dr. Harlich H. Stavemann entwickelt und basiert auf der fundierten wissenschaftlichen Erkenntnis, dass nicht nur unser Denken, sondern auch unsere tief verankerten emotionalen Überzeugungen unser Erleben bestimmen.

In diesem Beitrag erfahren Sie:
Was PKP ist und warum sie so wirkungsvoll ist
Wie der Therapieprozess konkret abläuft
Welche nachhaltigen Veränderungen Sie erwarten können
Wie Sie den ersten Schritt in Richtung Veränderung machen


Was ist PKP – Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik?

Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine bewährte Methode zur Behandlung psychischer Probleme. Sie basiert auf der Idee, dass unsere Gedanken unser Verhalten und unsere Emotionen beeinflussen. Klassische KVT konzentriert sich darauf, negative Denkmuster zu erkennen und durch realistischere, hilfreichere Gedanken zu ersetzen.

PKP geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter:
1️⃣ PKP erkennt, dass nicht nur Gedanken unsere Probleme aufrechterhalten, sondern auch tief verankerte emotionale Überzeugungen, die oft unbewusst wirken.
2️⃣ Die Methode verwendet eine detaillierte psychodiagnostische Analyse, um genau zu verstehen, wie Ihre Probleme entstanden sind und warum sie sich immer wieder zeigen.
3️⃣ Anstatt sich nur auf neue Verhaltensweisen oder Denkmuster zu konzentrieren, wird an der grundlegenden „inneren Logik“ Ihrer Problematik gearbeitet, sodass nachhaltige Veränderung möglich wird.

Was bedeutet das für Sie?

Statt nur an der Oberfläche zu arbeiten, ermöglicht Ihnen PKP, Ihre tiefsten Überzeugungen zu erkennen, zu hinterfragen und zu verändern. Das führt zu einer nachhaltigen Verbesserung, die weit über kurzfristige Verhaltensanpassungen hinausgeht.


Warum ist PKP besonders effektiv?

Viele Menschen haben schon einmal gehört, dass sie ihre Denkweise ändern sollten – doch warum fällt das so schwer?

Das liegt daran, dass wir nicht nur nach unseren bewussten Gedanken handeln, sondern auch nach tiefen, emotionalen Überzeugungen, die in unserer Kindheit oder durch Lebenserfahrungen entstanden sind.

 

PKP setzt genau dort an:
🔹 Wir analysieren präzise Ihre problemaufrechterhaltenden Gedanken und Denkmuster.
🔹 Wir untersuchen Ihre emotionalen Grundüberzeugungen – also die unbewussten Regeln, nach denen Sie Ihr Leben führen.
🔹 Wir entwickeln mit Ihnen neue, gesunde Überzeugungen und ermöglichen Ihnen dadurch eine tiefgreifende und nachhaltige Veränderung.

 

Ein Beispiel aus der Praxis:

Jemand leidet unter anhaltendem Stress, weil er glaubt:
👉 „Ich darf niemals Fehler machen, sonst verliere ich die Kontrolle.“

 

Dieser Gedanke führt dazu, dass die Person:

  • Sich ständig überfordert, um alles perfekt zu machen.
  • Sich selbst stark unter Druck setzt, anstatt realistisch mit Fehlern umzugehen.
  • Nie zur Ruhe kommt, weil die Angst vor Versagen permanent präsent ist.

 

In einer klassischen Therapie könnte man versuchen, diesen Gedanken rational zu hinterfragen. Doch wenn die dahinterliegende emotionale Überzeugung „Ich bin nur wertvoll, wenn ich perfekt bin“ bestehen bleibt, kommt die Angst immer wieder zurück.

 

Mit PKP gehen wir tiefer:
✔ Warum haben Sie diese Überzeugung?
✔ Wie beeinflusst sie Ihr Verhalten und Ihre Emotionen?
✔ Wie können Sie diese Überzeugung durch eine realistischere, gesunde Alternative ersetzen?

Sobald Sie erkennen, dass Sie auch mit Fehlern wertvoll sind, verändert sich Ihr gesamtes Erleben – nicht nur Ihr Verhalten, sondern auch Ihre innere Haltung und Ihr Selbstbild.


Wie läuft eine PKP-Therapie ab?

PKP folgt einem klaren, strukturierten Prozess, der darauf abzielt, Ihre Probleme systematisch und nachhaltig zu lösen.

1. Detaillierte Diagnostik – Verstehen, warum Sie leiden

Am Anfang steht eine umfassende Analyse Ihrer individuellen Problematik. Gemeinsam betrachten wir:
✔ Ihre aktuellen Symptome und Belastungen
✔ Die Gedanken und Denkmuster, die Ihre Probleme aufrechterhalten
✔ Die emotionalen Grundüberzeugungen, die dahinterliegen

Diese Phase ist essenziell, weil Sie dadurch erstmals eine klare Erklärung für Ihre Probleme erhalten.

 

2. Kognitive Umstrukturierung – Veränderung der tiefen Überzeugungen

Sobald wir Ihre problematischen Denkmuster erkannt haben, geht es darum, sie gezielt zu verändern. Das bedeutet:
✅ Identifizieren und Hinterfragen belastender Überzeugungen
✅ Entwickeln neuer, gesunder Denkweisen
✅ Ersetzen ungesunder Denkmuster durch konstruktive, realistische Alternativen

 

3. Verhaltensexperimente – Neue Erfahrungen machen

Wissen allein reicht nicht aus – Sie müssen neue Erfahrungen machen! Daher setzen wir gezielte Verhaltensexperimente ein, um Ihre neuen Überzeugungen in der Praxis zu testen.

Durch solche kontrollierten Erfahrungen lernen Sie, dass Ihre alten Ängste oft unbegründet sind – und das stärkt Ihr neues Denken.

 

4. Emotionale Neubewertung – Ein neuer Blick auf sich selbst

Das eigentliche Ziel von PKP ist nicht nur, Ihr Verhalten zu ändern, sondern auch Ihr Selbstbild und Ihre Emotionen langfristig zu verbessern.
✔ Sie werden lernen, sich selbst mit mehr Mitgefühl und Verständnis zu begegnen.
✔ Sie entwickeln ein neues Bewusstsein für Ihre Stärken und Ressourcen.
✔ Ihre psychischen Belastungen lösen sich auf, weil die inneren Ursachen transformiert wurden.


Wie nachhaltig ist PKP?

PKP ist eine tiefgehende Methode, die langfristige Veränderungen ermöglicht.
Da die Therapie an den Kernproblemen ansetzt, sind Rückfälle seltener als bei oberflächlichen Ansätzen.
Viele Patienten erleben bereits nach wenigen Sitzungen spürbare Verbesserungen, weil sie verstehen, wie ihre Probleme entstanden sind und wie sie sie aktiv verändern können.


Wie Sie den ersten Schritt machen können

Wenn Sie sich in den beschriebenen Problemen wiedererkennen, ist es kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, sich Unterstützung zu holen.

Gerne beraten wir Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Zwangsstörungen

Wenn Gedanken zur Last werden – Einblick in Zwangsstörungen und ihre Behandlung

Psychotherapeut Roth
von Ralf Baumhöfer

 

Zur Behandlung von Zwangsstörungen in Roth: Jeder kennt es: Man kontrolliert noch einmal, ob die Haustür wirklich abgeschlossen ist, oder geht zurück in die Küche, um sicherzustellen, dass der Herd ausgeschaltet wurde. Solche Verhaltensweisen sind normal – aber was, wenn diese Kontrollen zum ständigen Begleiter werden, den Alltag dominieren und nicht mehr unter Kontrolle zu bringen sind? Dann könnte eine Zwangsstörung vorliegen.

Zwangsstörungen gehören zu den häufigeren psychischen Erkrankungen und können das Leben erheblich einschränken. Doch es gibt wirksame Behandlungsansätze, die Betroffenen helfen können, ein freieres Leben zu führen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was Zwangsstörungen sind, wie sie entstehen und welche bewährten Therapieformen es gibt – darunter die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und die Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik (PKP) nach Dr. Harlich H. Stavemann, mit dieser Methode arbeiten wir bei uns in der Praxis an der Ursache für das Symptom. 


Was sind Zwangsstörungen?

Zwangsstörungen zeichnen sich durch wiederkehrende Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen aus.

  • Zwangsgedanken sind ungewollte, aufdringliche Gedanken, Bilder oder Impulse, die Angst oder Unwohlsein auslösen. Typische Inhalte sind etwa die Angst, anderen Schaden zuzufügen, sich zu verunreinigen oder moralisch falsche Handlungen zu begehen.
  • Zwangshandlungen sind repetitive Verhaltensweisen oder gedankliche Rituale, die ausgeführt werden, um die Angst oder das Unbehagen der Zwangsgedanken zu lindern. Beispiele sind exzessives Händewaschen, Kontrollieren von Türen oder das Zählen bestimmter Zahlenreihen.

Diese Symptome sind oft sehr zeitaufwändig und führen dazu, dass alltägliche Abläufe massiv gestört werden.


Wie entsteht eine Zwangsstörung?

Die Ursachen von Zwangsstörungen sind vielfältig. Forschungen zeigen, dass eine Kombination aus biologischen, psychologischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt.

  • Genetische Veranlagung: Zwangsstörungen treten in Familien gehäuft auf.
  • Veränderungen im Gehirn: Bestimmte Hirnregionen sind bei Betroffenen überaktiv, insbesondere jene, die für Kontrolle und Angstverarbeitung zuständig sind.
  • Lernerfahrungen und Stress: Oft beginnt eine Zwangsstörung nach belastenden Erlebnissen oder in Phasen starker Unsicherheit. Zwangshandlungen dienen dann kurzfristig als Strategie zur Angstreduktion.

Die Zwänge verselbstständigen sich jedoch schnell und werden zu einem Teufelskreis: Der kurzfristige Stressabbau durch Zwangshandlungen verstärkt das zwanghafte Verhalten langfristig.


Warum suchen viele Betroffene keine Hilfe?

Obwohl Zwangsstörungen gut behandelbar sind, vergeht oft viel Zeit, bis Betroffene professionelle Unterstützung suchen – im Durchschnitt sechs Jahre. Gründe hierfür sind:

  • Scham und Angst vor Verurteilung: Viele fürchten, dass ihre Gedanken „verrückt“ sind.
  • Fehlendes Wissen über die Erkrankung: Manchmal wird nicht erkannt, dass Zwänge eine behandelbare psychische Störung sind.
  • Fehlende Diagnosestellung: Nicht alle Fachleute erkennen Zwänge sofort, weil sie sich hinter anderen Beschwerden wie Depression oder Angststörungen verstecken können.

Doch eine rechtzeitige Behandlung kann das Leben Betroffener erheblich verbessern.


Behandlungsmöglichkeiten – Wege aus dem Zwang

Die gute Nachricht: Zwangsstörungen lassen sich erfolgreich behandeln! Die wichtigsten Therapieansätze sind:

1. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Die Kognitive Verhaltenstherapie gilt als die wirksamste Methode zur Behandlung von Zwängen. Sie setzt an den typischen Denkmustern und Verhaltensweisen an und umfasst zwei wesentliche Strategien:

  • Exposition mit Reaktionsverhinderung (ERP)
    Hierbei setzt sich der Patient bewusst seinen Ängsten aus, ohne die gewohnte Zwangshandlung auszuführen. Beispiel: Jemand mit Waschzwang berührt eine Türklinke und verzichtet anschließend auf das Händewaschen. Dadurch lernt das Gehirn, dass die befürchteten Konsequenzen nicht eintreten.
  • Kognitive Umstrukturierung
    Viele Betroffene haben überhöhte Verantwortungsgefühle („Wenn ich das Licht nicht genau 10 Mal ausschalte, passiert ein Unglück“). In der Therapie werden diese Denkmuster hinterfragt und realistischere Sichtweisen entwickelt.

2. Wir arbeiten, neben einer anfänglichen Symptombehandlung mit der „Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik (PKP)“

Ein innovativer Ansatz in der Therapie von Zwangsstörungen ist die Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik (PKP) nach Harlich H. Stavemann. Dieser Ansatz geht über klassische KVT-Techniken hinaus, indem er gezielt auf die individuellen Glaubenssysteme und problemaufrechterhaltenden Prozesse eingeht.

Wie funktioniert PKP?

  • Anstatt sich nur auf Symptome zu konzentrieren, wird der Fokus auf die individuellen Denk- und Verhaltensmuster gelegt, die den Zwang verstärken.
  • Die Therapie beginnt mit einer detaillierten Analyse der persönlichen Problembedingungen. Dabei wird untersucht, welche tief verankerten Überzeugungen zur Aufrechterhaltung des Zwangs beitragen.
  • Anschließend werden gezielte kognitive Interventionen und Behandlungspläne abgeleitet, die darauf abzielen, problematische Grundannahmen zu verändern.
  • Besonders wichtig ist die Arbeit an emotionalen Überzeugungen – also nicht nur an bewussten Gedanken, sondern auch an tief verwurzelten Gefühlen, die die Zwänge steuern.

Warum ist PKP sinnvoll für Zwangsstörungen?
Während klassische KVT oft stark auf Verhaltensänderungen fokussiert ist, hilft PKP dabei, die tiefen psychologischen Mechanismen hinter einer Zwangsstörung zu verstehen und gezielt zu verändern. Dadurch können Zwänge nicht nur kurzfristig reduziert, sondern langfristig stabil behandelt werden.


Was können Angehörige tun?

Zwangsstörungen betreffen oft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr Umfeld. Angehörige geraten manchmal unbewusst in den Zwangskreislauf, indem sie bestimmte Rituale mittragen oder Betroffene beruhigen.

Hilfreiche Strategien für Angehörige:

  • Verständnis zeigen, aber nicht den Zwang verstärken
    Es ist wichtig, Mitgefühl zu zeigen, aber nicht aktiv an den Zwängen mitzuwirken (z. B. nicht mitkontrollieren).
  • Betroffene ermutigen, Hilfe zu suchen
    Eine Psychotherapie kann langfristig helfen – je früher sie begonnen wird, desto besser.
  • Geduld haben
    Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen, aber mit Unterstützung und professioneller Hilfe kann eine deutliche Besserung eintreten.

Fazit: Hoffnung auf ein freieres Leben

Zwangsstörungen sind eine ernste psychische Erkrankung, die das Leben stark beeinträchtigen kann. Doch sie sind gut behandelbar, und viele Betroffene schaffen es, ihre Zwänge deutlich zu reduzieren oder sogar ganz zu überwinden.

Besonders effektiv sind die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) mit einer anfänglichen Exposition und Reaktionsverhinderungs-Behandlung sowie die Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik (PKP). Beide Ansätze helfen, Zwänge nicht nur zu reduzieren, sondern die tiefen psychologischen Mechanismen dahinter zu verstehen und zu verändern.

Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld unter Zwängen leidet, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gerne informieren wir Sie dazu in einem Erstgespräch,