Behandlungsmethoden in unserer Praxis


Wir stellen Ihnen eine Behandlungsmethode vor. Die „Problemorientierten Kognitiven Psychodiagnostik (PKP)“ Die Arbeit an der Ursache für das Symptom.


Therapiezentrum Roth
Therapiezentrum Roth

Ein neuer Weg zur Veränderung

Viele Menschen kämpfen mit psychischen Belastungen wie Ängsten, Selbstzweifeln, depressiven Verstimmungen oder anhaltendem Stress. Vielleicht haben auch Sie schon verschiedene Ansätze ausprobiert – sei es durch Selbsthilfe, Coaching oder sogar eine klassische Psychotherapie. Doch oft kehren die Probleme nach einer Weile zurück, und die alten Muster scheinen unausweichlich.

Doch was wäre, wenn es eine Therapiemethode gäbe, die nicht nur an den oberflächlichen Symptomen arbeitet, sondern direkt an den tieferliegenden Denk- und Emotionsmustern, die Ihre Probleme aufrechterhalten?

Hier setzen wir mit Problemorientierter Kognitive Psychodiagnostik (PKP) an – eine erweiterte Form der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), die über das klassische Modell hinausgeht. Sie wurde von meinem Ausbilder Dr. Harlich H. Stavemann entwickelt und basiert auf der fundierten wissenschaftlichen Erkenntnis, dass nicht nur unser Denken, sondern auch unsere tief verankerten emotionalen Überzeugungen unser Erleben bestimmen.

In diesem Beitrag erfahren Sie:
Was PKP ist und warum sie so wirkungsvoll ist
Wie der Therapieprozess konkret abläuft
Welche nachhaltigen Veränderungen Sie erwarten können
Wie Sie den ersten Schritt in Richtung Veränderung machen


Was ist PKP – Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik?

Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine bewährte Methode zur Behandlung psychischer Probleme. Sie basiert auf der Idee, dass unsere Gedanken unser Verhalten und unsere Emotionen beeinflussen. Klassische KVT konzentriert sich darauf, negative Denkmuster zu erkennen und durch realistischere, hilfreichere Gedanken zu ersetzen.

PKP geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter:
1️⃣ PKP erkennt, dass nicht nur Gedanken unsere Probleme aufrechterhalten, sondern auch tief verankerte emotionale Überzeugungen, die oft unbewusst wirken.
2️⃣ Die Methode verwendet eine detaillierte psychodiagnostische Analyse, um genau zu verstehen, wie Ihre Probleme entstanden sind und warum sie sich immer wieder zeigen.
3️⃣ Anstatt sich nur auf neue Verhaltensweisen oder Denkmuster zu konzentrieren, wird an der grundlegenden „inneren Logik“ Ihrer Problematik gearbeitet, sodass nachhaltige Veränderung möglich wird.

Was bedeutet das für Sie?

Statt nur an der Oberfläche zu arbeiten, ermöglicht Ihnen PKP, Ihre tiefsten Überzeugungen zu erkennen, zu hinterfragen und zu verändern. Das führt zu einer nachhaltigen Verbesserung, die weit über kurzfristige Verhaltensanpassungen hinausgeht.


Warum ist PKP besonders effektiv?

Viele Menschen haben schon einmal gehört, dass sie ihre Denkweise ändern sollten – doch warum fällt das so schwer?

Das liegt daran, dass wir nicht nur nach unseren bewussten Gedanken handeln, sondern auch nach tiefen, emotionalen Überzeugungen, die in unserer Kindheit oder durch Lebenserfahrungen entstanden sind.

 

PKP setzt genau dort an:
🔹 Wir analysieren präzise Ihre problemaufrechterhaltenden Gedanken und Denkmuster.
🔹 Wir untersuchen Ihre emotionalen Grundüberzeugungen – also die unbewussten Regeln, nach denen Sie Ihr Leben führen.
🔹 Wir entwickeln mit Ihnen neue, gesunde Überzeugungen und ermöglichen Ihnen dadurch eine tiefgreifende und nachhaltige Veränderung.

 

Ein Beispiel aus der Praxis:

Jemand leidet unter anhaltendem Stress, weil er glaubt:
👉 „Ich darf niemals Fehler machen, sonst verliere ich die Kontrolle.“

 

Dieser Gedanke führt dazu, dass die Person:

  • Sich ständig überfordert, um alles perfekt zu machen.
  • Sich selbst stark unter Druck setzt, anstatt realistisch mit Fehlern umzugehen.
  • Nie zur Ruhe kommt, weil die Angst vor Versagen permanent präsent ist.

 

In einer klassischen Therapie könnte man versuchen, diesen Gedanken rational zu hinterfragen. Doch wenn die dahinterliegende emotionale Überzeugung „Ich bin nur wertvoll, wenn ich perfekt bin“ bestehen bleibt, kommt die Angst immer wieder zurück.

 

Mit PKP gehen wir tiefer:
✔ Warum haben Sie diese Überzeugung?
✔ Wie beeinflusst sie Ihr Verhalten und Ihre Emotionen?
✔ Wie können Sie diese Überzeugung durch eine realistischere, gesunde Alternative ersetzen?

Sobald Sie erkennen, dass Sie auch mit Fehlern wertvoll sind, verändert sich Ihr gesamtes Erleben – nicht nur Ihr Verhalten, sondern auch Ihre innere Haltung und Ihr Selbstbild.


Wie läuft eine PKP-Therapie ab?

PKP folgt einem klaren, strukturierten Prozess, der darauf abzielt, Ihre Probleme systematisch und nachhaltig zu lösen.

1. Detaillierte Diagnostik – Verstehen, warum Sie leiden

Am Anfang steht eine umfassende Analyse Ihrer individuellen Problematik. Gemeinsam betrachten wir:
✔ Ihre aktuellen Symptome und Belastungen
✔ Die Gedanken und Denkmuster, die Ihre Probleme aufrechterhalten
✔ Die emotionalen Grundüberzeugungen, die dahinterliegen

Diese Phase ist essenziell, weil Sie dadurch erstmals eine klare Erklärung für Ihre Probleme erhalten.

 

2. Kognitive Umstrukturierung – Veränderung der tiefen Überzeugungen

Sobald wir Ihre problematischen Denkmuster erkannt haben, geht es darum, sie gezielt zu verändern. Das bedeutet:
✅ Identifizieren und Hinterfragen belastender Überzeugungen
✅ Entwickeln neuer, gesunder Denkweisen
✅ Ersetzen ungesunder Denkmuster durch konstruktive, realistische Alternativen

 

3. Verhaltensexperimente – Neue Erfahrungen machen

Wissen allein reicht nicht aus – Sie müssen neue Erfahrungen machen! Daher setzen wir gezielte Verhaltensexperimente ein, um Ihre neuen Überzeugungen in der Praxis zu testen.

Durch solche kontrollierten Erfahrungen lernen Sie, dass Ihre alten Ängste oft unbegründet sind – und das stärkt Ihr neues Denken.

 

4. Emotionale Neubewertung – Ein neuer Blick auf sich selbst

Das eigentliche Ziel von PKP ist nicht nur, Ihr Verhalten zu ändern, sondern auch Ihr Selbstbild und Ihre Emotionen langfristig zu verbessern.
✔ Sie werden lernen, sich selbst mit mehr Mitgefühl und Verständnis zu begegnen.
✔ Sie entwickeln ein neues Bewusstsein für Ihre Stärken und Ressourcen.
✔ Ihre psychischen Belastungen lösen sich auf, weil die inneren Ursachen transformiert wurden.


Wie nachhaltig ist PKP?

PKP ist eine tiefgehende Methode, die langfristige Veränderungen ermöglicht.
Da die Therapie an den Kernproblemen ansetzt, sind Rückfälle seltener als bei oberflächlichen Ansätzen.
Viele Patienten erleben bereits nach wenigen Sitzungen spürbare Verbesserungen, weil sie verstehen, wie ihre Probleme entstanden sind und wie sie sie aktiv verändern können.


Wie Sie den ersten Schritt machen können

Wenn Sie sich in den beschriebenen Problemen wiedererkennen, ist es kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, sich Unterstützung zu holen.

Gerne beraten wir Sie dazu in einem Erstgespräch.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Zwangsstörungen

Wenn Gedanken zur Last werden – Einblick in Zwangsstörungen und ihre Behandlung

Psychotherapeut Roth
von Ralf Baumhöfer

 

Zur Behandlung von Zwangsstörungen in Roth: Jeder kennt es: Man kontrolliert noch einmal, ob die Haustür wirklich abgeschlossen ist, oder geht zurück in die Küche, um sicherzustellen, dass der Herd ausgeschaltet wurde. Solche Verhaltensweisen sind normal – aber was, wenn diese Kontrollen zum ständigen Begleiter werden, den Alltag dominieren und nicht mehr unter Kontrolle zu bringen sind? Dann könnte eine Zwangsstörung vorliegen.

Zwangsstörungen gehören zu den häufigeren psychischen Erkrankungen und können das Leben erheblich einschränken. Doch es gibt wirksame Behandlungsansätze, die Betroffenen helfen können, ein freieres Leben zu führen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was Zwangsstörungen sind, wie sie entstehen und welche bewährten Therapieformen es gibt – darunter die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und die Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik (PKP) nach Dr. Harlich H. Stavemann, mit dieser Methode arbeiten wir bei uns in der Praxis an der Ursache für das Symptom. 


Was sind Zwangsstörungen?

Zwangsstörungen zeichnen sich durch wiederkehrende Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen aus.

  • Zwangsgedanken sind ungewollte, aufdringliche Gedanken, Bilder oder Impulse, die Angst oder Unwohlsein auslösen. Typische Inhalte sind etwa die Angst, anderen Schaden zuzufügen, sich zu verunreinigen oder moralisch falsche Handlungen zu begehen.
  • Zwangshandlungen sind repetitive Verhaltensweisen oder gedankliche Rituale, die ausgeführt werden, um die Angst oder das Unbehagen der Zwangsgedanken zu lindern. Beispiele sind exzessives Händewaschen, Kontrollieren von Türen oder das Zählen bestimmter Zahlenreihen.

Diese Symptome sind oft sehr zeitaufwändig und führen dazu, dass alltägliche Abläufe massiv gestört werden.


Wie entsteht eine Zwangsstörung?

Die Ursachen von Zwangsstörungen sind vielfältig. Forschungen zeigen, dass eine Kombination aus biologischen, psychologischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt.

  • Genetische Veranlagung: Zwangsstörungen treten in Familien gehäuft auf.
  • Veränderungen im Gehirn: Bestimmte Hirnregionen sind bei Betroffenen überaktiv, insbesondere jene, die für Kontrolle und Angstverarbeitung zuständig sind.
  • Lernerfahrungen und Stress: Oft beginnt eine Zwangsstörung nach belastenden Erlebnissen oder in Phasen starker Unsicherheit. Zwangshandlungen dienen dann kurzfristig als Strategie zur Angstreduktion.

Die Zwänge verselbstständigen sich jedoch schnell und werden zu einem Teufelskreis: Der kurzfristige Stressabbau durch Zwangshandlungen verstärkt das zwanghafte Verhalten langfristig.


Warum suchen viele Betroffene keine Hilfe?

Obwohl Zwangsstörungen gut behandelbar sind, vergeht oft viel Zeit, bis Betroffene professionelle Unterstützung suchen – im Durchschnitt sechs Jahre. Gründe hierfür sind:

  • Scham und Angst vor Verurteilung: Viele fürchten, dass ihre Gedanken „verrückt“ sind.
  • Fehlendes Wissen über die Erkrankung: Manchmal wird nicht erkannt, dass Zwänge eine behandelbare psychische Störung sind.
  • Fehlende Diagnosestellung: Nicht alle Fachleute erkennen Zwänge sofort, weil sie sich hinter anderen Beschwerden wie Depression oder Angststörungen verstecken können.

Doch eine rechtzeitige Behandlung kann das Leben Betroffener erheblich verbessern.


Behandlungsmöglichkeiten – Wege aus dem Zwang

Die gute Nachricht: Zwangsstörungen lassen sich erfolgreich behandeln! Die wichtigsten Therapieansätze sind:

1. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Die Kognitive Verhaltenstherapie gilt als die wirksamste Methode zur Behandlung von Zwängen. Sie setzt an den typischen Denkmustern und Verhaltensweisen an und umfasst zwei wesentliche Strategien:

  • Exposition mit Reaktionsverhinderung (ERP)
    Hierbei setzt sich der Patient bewusst seinen Ängsten aus, ohne die gewohnte Zwangshandlung auszuführen. Beispiel: Jemand mit Waschzwang berührt eine Türklinke und verzichtet anschließend auf das Händewaschen. Dadurch lernt das Gehirn, dass die befürchteten Konsequenzen nicht eintreten.
  • Kognitive Umstrukturierung
    Viele Betroffene haben überhöhte Verantwortungsgefühle („Wenn ich das Licht nicht genau 10 Mal ausschalte, passiert ein Unglück“). In der Therapie werden diese Denkmuster hinterfragt und realistischere Sichtweisen entwickelt.

2. Wir arbeiten, neben einer anfänglichen Symptombehandlung mit der „Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik (PKP)“

Ein innovativer Ansatz in der Therapie von Zwangsstörungen ist die Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik (PKP) nach Harlich H. Stavemann. Dieser Ansatz geht über klassische KVT-Techniken hinaus, indem er gezielt auf die individuellen Glaubenssysteme und problemaufrechterhaltenden Prozesse eingeht.

Wie funktioniert PKP?

  • Anstatt sich nur auf Symptome zu konzentrieren, wird der Fokus auf die individuellen Denk- und Verhaltensmuster gelegt, die den Zwang verstärken.
  • Die Therapie beginnt mit einer detaillierten Analyse der persönlichen Problembedingungen. Dabei wird untersucht, welche tief verankerten Überzeugungen zur Aufrechterhaltung des Zwangs beitragen.
  • Anschließend werden gezielte kognitive Interventionen und Behandlungspläne abgeleitet, die darauf abzielen, problematische Grundannahmen zu verändern.
  • Besonders wichtig ist die Arbeit an emotionalen Überzeugungen – also nicht nur an bewussten Gedanken, sondern auch an tief verwurzelten Gefühlen, die die Zwänge steuern.

Warum ist PKP sinnvoll für Zwangsstörungen?
Während klassische KVT oft stark auf Verhaltensänderungen fokussiert ist, hilft PKP dabei, die tiefen psychologischen Mechanismen hinter einer Zwangsstörung zu verstehen und gezielt zu verändern. Dadurch können Zwänge nicht nur kurzfristig reduziert, sondern langfristig stabil behandelt werden.


Was können Angehörige tun?

Zwangsstörungen betreffen oft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr Umfeld. Angehörige geraten manchmal unbewusst in den Zwangskreislauf, indem sie bestimmte Rituale mittragen oder Betroffene beruhigen.

Hilfreiche Strategien für Angehörige:

  • Verständnis zeigen, aber nicht den Zwang verstärken
    Es ist wichtig, Mitgefühl zu zeigen, aber nicht aktiv an den Zwängen mitzuwirken (z. B. nicht mitkontrollieren).
  • Betroffene ermutigen, Hilfe zu suchen
    Eine Psychotherapie kann langfristig helfen – je früher sie begonnen wird, desto besser.
  • Geduld haben
    Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen, aber mit Unterstützung und professioneller Hilfe kann eine deutliche Besserung eintreten.

Fazit: Hoffnung auf ein freieres Leben

Zwangsstörungen sind eine ernste psychische Erkrankung, die das Leben stark beeinträchtigen kann. Doch sie sind gut behandelbar, und viele Betroffene schaffen es, ihre Zwänge deutlich zu reduzieren oder sogar ganz zu überwinden.

Besonders effektiv sind die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) mit einer anfänglichen Exposition und Reaktionsverhinderungs-Behandlung sowie die Problemorientierte Kognitive Psychodiagnostik (PKP). Beide Ansätze helfen, Zwänge nicht nur zu reduzieren, sondern die tiefen psychologischen Mechanismen dahinter zu verstehen und zu verändern.

Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld unter Zwängen leidet, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gerne informieren wir Sie dazu in einem Erstgespräch,


 

Sexualtherapie

Sexuelle Funktionsstörungen: Individuelle Therapie im Therapiezentrum Roth

Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens und beeinflusst unser Wohlbefinden sowie unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Doch nicht immer läuft es so, wie wir es uns wünschen. In unserer Praxis bieten wir Ihnen eine individuell abgestimmte Sexualtherapie, um sexuelle Funktionsstörungen gezielt zu behandeln und Ihnen zu einem erfüllten Sexualleben zu verhelfen.

Was erwartet Sie bei uns?

Wir legen großen Wert auf eine persönliche und vertrauliche Atmosphäre, in der Sie offen über Ihre Anliegen sprechen können. Unser therapeutischer Ansatz ist individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten und basiert auf wissenschaftlich fundierten Methoden.

 

Die Therapie umfasst unter anderem:

  • Individuelle Anamnese und Ursachenforschung: In einem ersten Gespräch klären wir Ihre persönliche Situation, Ihre Erfahrungen und eventuelle Belastungsfaktoren.
  • Aufklärung und Wissensvermittlung: Wir geben Ihnen fundierte Informationen über sexuelle Funktionsstörungen, ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
  • Praktische Übungen: Je nach Bedarf arbeiten wir mit körperbezogenen Übungen, die Ihnen helfen, Ihren Körper besser wahrzunehmen.
  • Kognitive Interventionen: Gemeinsam identifizieren wir hinderliche Denkmuster und entwickeln neue, positive Denkweisen zu Ihrer Sexualität.
  • Paartherapie und Kommunikationstraining: Falls gewünscht, beziehen wir Ihren Partner oder Ihre Partnerin in den Therapieprozess mit ein.
  • Entspannungstechniken: Stressbewältigungsmethoden wie Achtsamkeit und Meditation können helfen, die sexuelle Reaktion zu verbessern.
  • Achtsamkeit in der Sexualität: Durch gezielte Übungen lernen Sie, Ihre körperlichen Empfindungen bewusster wahrzunehmen und die Lust zu steigern.

Ursachen und Einflussfaktoren

Sexuelle Funktionsstörungen können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. In unserer Praxis analysieren wir die individuellen Ursachen und setzen gezielte therapeutische Maßnahmen an:

  • Körperliche Ursachen: Hormonelle Veränderungen, Durchblutungsstörungen oder Medikamentennebenwirkungen
  • Psychische Einflüsse: Stress, Angst, Scham, Depression oder traumatische Erfahrungen
  • Partnerschaftliche Aspekte: Kommunikationsprobleme, Konflikte oder emotionale Distanz
  • Soziale und kulturelle Faktoren: Gesellschaftliche Erwartungen oder Unsicherheiten bezüglich Sexualität
  • Verhaltensmuster: Negative Erlebnisse oder selbstauferlegte Leistungsdrucksituationen können die sexuelle Reaktion beeinträchtigen.

Ihr Weg zu einer erfüllten Sexualität

In unserer Therapie setzen wir auf eine Mischung aus Gesprächen, gezielten Übungen und Selbstreflexion. Wir begleiten Sie Schritt für Schritt, sodass Sie sich sicher und verstanden fühlen.

 

Unsere Schwerpunkte sind:

  • Individuelle Beratung: Sie erhalten eine auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Unterstützung.
  • Ganzheitlicher Ansatz: Wir betrachten sowohl körperliche als auch emotionale und partnerschaftliche Aspekte.
  • Praktische Unterstützung: Durch alltagsnahe Übungen können Sie das Gelernte direkt umsetzen.
  • Langfristige Begleitung: Auch nach der Therapie stehen wir Ihnen für Rückfragen und Nachsorgegespräche zur Verfügung.
  • Lösungsorientierte Strategien: Wir entwickeln gemeinsam realistische und nachhaltige Lösungen für ein verbessertes sexuelles Erleben.
  • Begleitung von Selbstakzeptanz und Selbstbewusstsein: Die Arbeit an der eigenen Wahrnehmung ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Wann sollten Sie sich an uns wenden?

Eine professionelle Beratung oder Therapie ist empfehlenswert, wenn:

  • Ihre sexuelle Funktionsstörung über längere Zeit besteht.
  • Sie Ihre Sexualität als belastend empfinden.
  • Ihre Partnerschaft unter der Situation leidet.
  • In der Sexualtherapie Ihre Sexualität besser verstehen und weiterentwickeln.
  • Sie Angst, Scham oder Unsicherheit im Umgang mit Sexualität empfinden.
  • Ihr Sexualleben durch körperliche oder seelische Blockaden eingeschränkt ist.

Vereinbaren Sie ein Erstgespräch

Wenn Sie das Gefühl haben, dass sexuelle Probleme Ihr Wohlbefinden beeinträchtigen, zögern Sie nicht, sich Unterstützung zu holen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin zum Erstgespräch für eine mögliche Sexualtherapie. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Unsere Praxis steht Ihnen offen – vertrauensvoll, wertschätzend und individuell.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Sexualtherapie

Supervision

Supervision Baumhöfer


Supervision:

Ein Weg zur beruflichen Entwicklung und Reflexion.

Als erfahrener Supervisor biete ich professionelle Supervisionsdienstleistungen an, die darauf abzielen, Einzelpersonen und Gruppen in sozialen Einrichtungen, Krankenhäusern, Kliniken sowie Therapeuten bei ihrer beruflichen Entwicklung und Reflexion zu unterstützen.

Durch meine strukturierte Herangehensweise, die sich in eine Orientierungs- und Ablaufphase gliedert, schaffe ich einen Rahmen, in dem die Supervisanden ihre Anliegen und Ziele klar definieren und effektiv bearbeiten können.

Orientierungsphase:

Zu Beginn der Supervision legen wir gemeinsam den Grundstein für einen erfolgreichen Prozess.

Anliegen: Wir starten mit der Klärung Ihres spezifischen Anliegens. Was bringt Sie in die Supervision? Dies ermöglicht eine fokussierte und zielgerichtete Zusammenarbeit.

Ziel: Anschließend definieren Sie Ihr persönliches Ziel für die Supervisionseinheit. Was möchten Sie erreichen? Die Zielsetzung hilft, den Erfolg der Supervision messbar und greifbar zu machen.

Auftrag: Gemeinsam erarbeiten wir einen Plan, wie Sie, ich als Ihr Supervisor und gegebenenfalls die Supervisionsgruppe zusammenarbeiten können, um Ihre Ziele zu erreichen. Diese Kooperation bildet das Fundament für eine erfolgreiche Supervision.

Ablaufphase

Nachdem die Grundlagen in der Orientierungsphase gelegt wurden, folgt die Ablaufphase, die den Kern der Supervision darstellt.

Einstimmung auf die Supervision: Wir stimmen uns auf den Prozess ein und reflektieren kurz die Ergebnisse der letzten Supervisionseinheit.

Anliegensammlung und -auswahl: Hier sammeln wir mögliche Themen und wählen gemeinsam die Anliegen aus, die wir in der aktuellen Einheit bearbeiten möchten.

Bearbeitung der Anliegen: Für jedes ausgewählte Anliegen durchlaufen wir gemeinsam eine Orientierungs- und Bearbeitungsphase, in der wir das Anliegen detailliert bearbeiten und zu einem Fazit kommen. Bei Bedarf werden weitere Anliegen in gleicher Weise behandelt. Diese strukturierte Herangehensweise ermöglicht eine tiefe Reflexion und Bearbeitung beruflicher Themen und Herausforderungen. Sie bietet Raum für persönliches Wachstum und berufliche Entwicklung und fördert die Selbstreflexion sowie die Kompetenzentwicklung der Supervisanden.

Warum Supervision in Anspruch nehmen?

Supervision ist ein wertvolles Instrument, um berufliche Herausforderungen zu meistern, die eigene Praxis zu reflektieren und die Qualität der beruflichen Arbeit kontinuierlich zu verbessern. Als Ihr Supervisor unterstütze ich Sie dabei, Ihre beruflichen Ziele zu erreichen, Ihre professionellen Kompetenzen zu erweitern und Ihre Arbeitszufriedenheit zu steigern.

Wenn Sie an einer professionellen Supervision interessiert sind, kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Vorgespräch, in dem wir gemeinsam herausfinden können, wie ich Sie in Ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen kann.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Schematherapie

Die Schematherapie im Therapiezentrum Roth

Schematherapie ist eine innovative Form der Psychotherapie, die Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) mit Aspekten der gestalttherapeutischen, psychoanalytischen und konstruktivistischen Ansätze kombiniert. Sie wurde von Jeffrey Young entwickelt, einem Psychologen, der ursprünglich mit Aaron T. Beck (dem Gründer der kognitiven Therapie) arbeitete.

Die Schematherapie zielt darauf ab, tief verwurzelte Muster oder „Schemata“ zu identifizieren und zu behandeln, die eine Person’s Denkweise, Fühlen und Handeln beeinflussen, oft in einer Weise, die dysfunktional oder selbstschädigend ist.

Hier sind die Hauptkomponenten und Konzepte der Schematherapie:

  1. Schemata: Schemata sind stabile und anhaltende Muster, die Menschen verwenden, um Informationen zu interpretieren. Sie entstehen oft in der Kindheit oder Jugend und werden durch wiederholte Erfahrungen und Interaktionen mit der Umwelt und wichtigen Bezugspersonen geformt. Diese Muster können den Selbstwert, die Beziehungen zu anderen und die allgemeine Lebenszufriedenheit erheblich beeinflussen.
  1. Modi: Modi sind momentane emotionale Zustände und Bewältigungsstrategien, die durch die Aktivierung bestimmter Schemata entstehen. Sie können als „Seiten von sich selbst“ verstanden werden, und in der Schematherapie wird oft daran gearbeitet, diese Modi zu identifizieren und zu ändern, um gesündere Bewältigungsstrategien zu fördern.
  1. Therapeutische Beziehung: In der Schematherapie wird großer Wert auf die Schaffung einer starken therapeutischen Beziehung gelegt. Der Therapeut versucht, eine sichere und unterstützende Umgebung zu schaffen, in der der Klient seine oder ihre Schemata und Modi erforschen kann.
  1. Erlebnisorientierte Techniken: Zusätzlich zu den kognitiven Techniken werden oft erlebnisorientierte Techniken verwendet, um emotionale Erfahrungen zu vertiefen und zu integrieren. Dies kann Techniken aus der Gestalttherapie, der Imagery-Technik oder anderen experientiellen Ansätzen umfassen.
  1. Behandlungsstrategien: Die Schematherapie verwendet eine Vielzahl von Strategien, um Schemata zu ändern, einschließlich kognitiver Techniken (wie die Identifikation und Veränderung dysfunktionaler Gedanken), emotionaler Fokussierung (um Zugang zu unterdrückten Gefühlen zu bekommen) und Verhaltensänderung (um neue, funktionalere Verhaltensweisen zu fördern).
  1. Integrativer Ansatz Die Schematherapie ist ein integrativer Ansatz, der Elemente aus verschiedenen therapeutischen Schulen kombiniert, um ein flexibles und umfassendes Modell zur Behandlung einer Vielzahl von psychischen Problemen zu bieten.

Anwendungsgebiete:

Die Schematherapie hat sich als effektiv bei der Behandlung einer Reihe von psychischen Störungen erwiesen, darunter Persönlichkeitsstörungen (insbesondere die Borderline-Persönlichkeitsstörung), chronische Depressionen, Angststörungen und andere.

Behandlungsverlauf:

Eine Schematherapie-Behandlung wird individuell abgestimmt und kann oft länger dauern als traditionelle kognitive Verhaltenstherapien, da sie versucht, tief verwurzelte Muster zu ändern, die oft seit der Kindheit bestehen. Diese ausführliche Erklärung bietet einen Überblick über die Grundlagen der Schematherapie und ihre Anwendung in der psychotherapeutischen Praxis.

Die Behandlung bei uns in der Praxis – Das kommt auf Sie zu

„Psychotherapie ist keine Taxifahrt bei der man ohne etwas zu tun ans Ziel gebracht wird und nur dafür bezahlt, sondern eher wie Stützräder am Fahrrad, man lernt mit Unterstützung bis mans kann“ (ralf baumhöfer)


Liebe Klientin, lieber Klient,

Sie haben sich zu einer psychotherapeutischen Behandlung entschlossen. Diese Information soll Ihnen dazu einige grundlegende Voraussetzungen für und Eigenheiten von Psychotherapie und insbesondere von Kognitiver Verhaltenstherapie vermitteln.

Ziel der Behandlung
Das Ziel der Behandlung ist, Ihr psychisches Problem und darauf beruhende emotionale Belastungen, Verhaltensauffälligkeiten oder defizite und deren belastende Konsequenzen zu beseitigen. Ein psychisches Problem liegt vor, wenn jemand in bestimmten Situationen, bei bestimmten Personen, Entscheidungen oder Ereignissen unter unangemessen
starken, belastenden Gefühlen wie Angst, Panik, Ärger, Wut, Verzweiflung, Deprimiertheit oder Scham leidet.

Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapie ist eine sehr effektive Therapieform, der zufolge die meisten emotionalen Probleme entweder auf Lerndefizite oder auf unangemessene, krank machende Denk- und Verhaltensmuster zurückzuführen sind. Das heißt: Einige, für die alltägliche Lebensbewältigung oder Lebenszielsetzung notwendige Dinge wurden bisher nicht gelernt,
oder das Gelernte ist sozial oder psychisch ungünstig und ungesund. Verhaltenstherapeuten setzen genau hier an, wenn sie mit Hilfe spezieller Übungsprogramme helfen, dass Sie fehlende Fähigkeiten aufbauen oder unangemessen verarbeitete Lernerfahrungen verändern. Der therapeutische Prozess besteht also in erster Linie aus dem Neuerlernen angemessener oder dem Umlernen ungünstiger Denk- und Verhaltensweisen.

Kognitive Verhaltenstherapie
Kognitive Verhaltenstherapie ist ein besonders effektives, wissenschaftlichuntersuchtes Therapieverfahren mit nachgewiesener Effizienz und Wirkung. Sie ist gleichzeitig die modernste und wirksamste Form der Verhaltenstherapie. Hier wird besonderes Gewicht auf das Erkennen, Überprüfen und ggf. Verändern von verinnerlichten Konzepten, Wertmaßstäben,
Normen und häufig ablaufenden Gedanken gelegt, da diesemeist für das Entstehen emotionaler Probleme verantwortlich sind. Nach dem Verändern krankmachender Konzepte lernen Sie, diese neuen Alternativen mit Hilfe strukturierter Arbeits- und Übungsprogramme in Alltagssituationen umzusetzen, um die theoretischen Erkenntnisse durch neue Erfahrungen auch glauben zu lernen.
Der Ausdruck Kognitive Verhaltenstherapiemag zu der Schlussfolgerung verleiten, es gehe beim Bearbeiten psychischer Probleme in erster Linie um das Ändern von Verhaltensmustern. Das hieße jedoch,Ursache und Wirkung oder Problem und Symptom miteinander zu verwechseln. Wenn jemand bestimmte Fähigkeiten, Verhaltensweisen oder Fertigkeiten nicht gelernt hat, liegt das meist daran, dass er dies bisher für zu gefährlich, zu lästig oder zu peinlich hielt und es aus Angst oder Bequemlichkeit vermieden hat, sich damit zu beschäftigen.

Sollte jemand bestimmte Dinge lediglich nicht gelernt haben, wäre das allein kein Grund zum Therapeuten zu gehen, denn er könnte ja heute damit beginnen, sein Verhalten zu ändern und zum Beispiel lernen, Kritik angemessen auszudrücken oder zu ertragen, mit dem Alkoholtrinken oder Rauchen aufzuhören, Vorträge zu halten, Freunde oder Partner zu suchen, Reden zu halten oder im Mittelpunkt zu stehen. Es sei denn, irgendetwas hielte ihn davon ab, beispielsweise die Angst vor Blamage oder Ablehnung, Scham, Trauer oder Minderwertigkeitskomplexe.

Oft vermeiden Menschen wegen dieser unangenehmen Emotionen, sich mit Situationen, Personen oder Sachen so auseinander zu setzen, wie es zum Aufbau eines angemessenen Verhaltensrepertoires notwendig wäre. Dadurch entstehen Defizite oder unangemessene Muster, die längerfristig zu psychischen Beschwerden und nachfolgend zu weiteren Verhaltenseinschränkungen führen können. Therapeutisch steht daher stets im Vordergrund, die emotionalen Hindernisse für die notwendigen Lernerfahrungen zu bearbeiten. So werden auch Patienten mit psychosomatischen, körperlichen Symptomen wie z. B. häufigem Erröten, Herzrasen, Magenbeschwerden, Schwindelanfällen erst akzeptieren lernen, dass
es sich dabei nicht um körperlich bedingte Erkrankungen oder um Verhaltensdefizite handelt, sondern um (Begleit-)Symptome emotionaler Probleme.

Aktive Mitarbeit
Ihre aktive Mitarbeit ist dabei natürlich unerlässliche Voraussetzung. Nicht nur, dass Ich, als Ihr Therapeut ja schlecht etwas für Sie neu- oder umlernen kann, dass müssen Sie lästigerweise schon selbst besorgen, sie oder er braucht auch Ihre Unterstützung bei der angemessen Diagnose Ihrer Problematik, damit ein sinnvolles, auf Sie zugeschnittenes Behandlungsprogramm erstellt werden kann, denn auch noch so geschulte Therapeuten können Ihre Gedanken, Motive, Einstellungen, Befürchtungen und Wertmaßstäbe nicht allein von außen erkennen.

Dazu bedarf es Ihrer Mitarbeit in Form von Selbstbeobachtung, Übungen oder Protokollen, damit ich Informationen über die Eigenheiten von Ihnen erhalte, die wesentlich Ihr Problem verursachen und damit auch Ihr Gefühlsleben steuern.
Anders als bei körperlichen Erkrankungen reicht es nicht, in die Sprechstunde zu kommen, um behandelt zu werden,
etwas einzunehmen und dann auf  Besserung zuwarten, denn die Wirkfaktoren, die zu Ihrer Genesung führen, liegen in Ihnen selbst. Niemand, außer Ihnen! hat dazu Zugang und könnte von außen, womöglich sogar gegen Ihren Willen, psychische Veränderungen bei Ihnen durchsetzen oder Ihre Beschwerden lindern. Ich werde Sie in der
Therapie anleiten, mit Ihnen notwendige Erkenntnisse erarbeiten und Ihnen zeigen, wie Sie sie durch Neu- undUmlernen im Alltag umsetzen können.

Übungen und Hausaufgaben
Übungen und Hausaufgaben sind daher wesentliche Bestandteile Ihrer Therapie, da sie das Neu- und Umlernen fördern und den Therapieerfolg maßgeblich erhöhen. Für jede, in der Regel wöchentliche Therapiestunde, sollten Sie einen zusätzlichen Arbeitsaufwand einplanen, um z.B. Tonaufnahmen Ihrer Therapiesitzungen abzuhören, Therapieprotokolle anzufertigen, vorher besprochene Hausaufgaben durchzuführen (z. B. über bestimmte Themen nachzudenken oder neue Denk- und Verhaltensweisen nach einem vorher abgesprochenen Drehbuch in
Ihrem Alltag zu üben) oder Therapie-Begleitlektüre zu lesen. Durch das Verlagern solcher Inhalte aus der Therapiestunde nach Hause wird Kognitive Verhaltenstherapie so effektiv und erreicht im Vergleich zu anderen Verfahren das Therapieziel in kürzerer Zeit.

Für weitere Fragen, stehen wir Ihnen gerne in einem Erstgespräch zur Verfügung.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

 

Stress

 

Stress: Psychotherapie in Roth, nach dem Heilpraktikergesetz

 

Kurzfristige Folgen von Stress
Gesundheitlich scheint kurzfristiger Stress unbedenklich. Diese Art von Stress führt zu einer erhöhten Anspannung und Nervosität. Es ist sogar eine Zunahme der Immunkompetenz zu beobachten. Komplexe Aufgaben werden am besten bei einem mittleren Anspannungsniveau bewältigt. Dieses Verständnis von Stress legt also nahe, dass es auch Bereiche gibt, in denen kurzfristiger Stress sich förderlich auf Leistungen auswirkt.

Auf die meisten leistungsbezogenen Aufgaben, die eine geringere Komplexität aufweisen und mit Bewegungen einhergehen (z. B. sportliche Leistungen), wirkt sich Stress positiv aus. Auch das Schmerzempfinden sinkt unter Stress. Das kann ebenfalls positive Auswirkungen auf körperlich hoch beanspruchende Tätigkeiten haben. Steigt die stressbedingte Anspannung jedoch über dieses Niveau hinaus, nimmt die Leistung ab. Personen werden hastiger, ungeduldiger und es kann vermehrt zu Fehlern kommen. Die Konzentration und die Erinnerungsleistung sinken mit steigender Anspannung, oder werden verzerrt. Vielfach führt die gestiegene Anspannung zu interpersonellen Konflikten, die Bereitschaft zu streiten oder sich zurückzuziehen steigt, was verständlich ist, wenn man Stress als erhöhte Kampf- oder Fluchtbereitschaft auffasst.

Mittelfristige Folgen
Wird die stressbedingte Aktivierung über eine längere Zeit aufrechterhalten, verkehrt sie sich in ihr Gegenteil. Aus Aktivierung und Wachheit wird bei unzureichender Regeneration mittelfristig emotionale Erschöpfung. Die zunächst erhöhte Immunkompetenz kann sich in eine Schwächung des Immunsystems verkehren, entzündliche Prozesse und Krankheiten (z. B. Erkältungen) nehmen zu. Auch dysfunktionale Regulationsversuche (z. B. ungesunde Essensgewohnheiten oder Alkoholkonsum) können sich mittelfristig etablieren und längerfristig (s. u.) zusätzlich die Gesundheit beeinträchtigen.
Reizbarkeit oder Rückzug haben mittelfristig Auswirkungen auf die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen. Ein funktionierendes soziales Netz fördert unser Selbstkonzept durch Aktualisierung.

Forschungen legen nahe, dass der Neurotransmitter Oxytocin, der auch als »Bindungshormon« bekannt ist, kardiovaskuläre Risiken von Stressreaktionen kompensieren kann. Störungen des sozialen Netzes können zu einer Reduzierung dieses Neurotransmitters und seiner protektiven Wirkung führen. Oftmals wird durch Schwierigkeiten im sozialen Netz auch die Zufriedenheit eingeschränkt werden.
Setzen sich die stressbedingten Leistungseinschränkungen über eine mittlere Zeit fort, werden sie von der betroffenen Person als Leistungseinbußen erlebt. Das hat häufig einerseits negative Auswirkungen auf das leistungsbezogene Selbstkonzept und andererseits auf die eigene Zufriedenheit.

Langfristige Folgen
Schaffen Betroffene es nicht, diesen Teufelskreis zu verlassen, können physische und psychische Störungen die Folge sein.

Physische Folgen
Besonders oft tritt stressassoziierter Bluthochdruck auf. Gefäßverengungen und entzündliche Prozesse werden durch Stress mitverursacht.
Längerfristige stressbedingte Erhöhungen des Blutzuckers, der Blutfette, des Körpergewichts , u. a. durch dysfunktionale Bewältigungsversuche wie Essen und des Blutdrucks sind Risikofaktoren für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, einen Tinnitus, einen Hörsturz oder einen Typ-II-Diabetes. Längerfristige Schwächungen des Immunsystems erhöhen das Risiko für Infektionskrankheiten. In Verbindung mit einerÜbersäuerung des Magens und einer dauerhaften Herabregulierung der Verdauungstätigkeiten steigt auch die Gefahr, Magengeschwüre zu bekommen. Zudem werden Verdauungsprobleme mit langanhaltendem, chronifiziertem Stress in Verbindung gebracht.

Psychische Folgen
Psychische Störungen können ebenfalls durch Stress ausgelöst, aufrechterhalten oder zumindest mitbedingt werden. Starke Beeinträchtigungen des sozialen Netzes, der wahrgenommenen Leistungsfähigkeit d. h. des leistungsbezogenen Selbstkonzeptes, der wahrgenommenen Handlungskontrolle und der Lebenszufriedenheit können das Risiko für depressive Störungen oder Angststörungen erhöhen. Diese Gefahr wird dadurch noch gesteigert, dass z. B. durch langanhaltenden Stress die Cortisol-Regelkreise gestört werden, was bei einer Depression zu einem chronisch erhöhten Cortisolspiegel führt. Auch das Belohnungssystem mit seiner Dopamin- und Serotoninregulation kann durch langanhaltenden Stress so beeinträchtigt werden, dass die Fähigkeit gestört ist, positive Empfindungen und Genuss zu erleben. Neuroanatomische Studien fanden, dass Stress das Nachwachsen und Regenerieren von Nervenzellen im Gehirn (im Hippocampus) negativ beeinflusst. Inzwischen geht man davon aus, dass das Sterben und verringerte Nachwachsen von Nervenzellen zur Entstehung von Depression oder Angststörungen beitragen kann.
Daneben resultieren aus chronifizieren, dysfunktionalen Bewältigungsversuchen wie Alkohol- oder Substanzmissbrauch (z. B. Schlafmittel) häufig Abhängigkeitsstörungen.
Und während Stress zwar kurzfristig das Schmerzempfinden senkt, wird dieses langfristig erhöht, sodass er auch ein Risikofaktor für Schmerzstörungen ist.

Gerne berate ich Sie zu diesem Thema persönlich in einem Erstgespräch.

Supervision

Supervision im Bereich psychischer Gesundheit.

Hintergrund ist ein Stress- und ressourcentheoretischen Modell zur Verbesserung mit dem wir die Qualität professioneller Arbeit in Ihrem Bereich fördern.

Als Supervisor im Wirtschafts- und Gesundheitsbereich, bin ich z.B für Kliniken (Palliativmedizin), soziale Einrichtungen und Unternehmen aus Handwerk und Industrie tätig.

Ziel ist die praktische Unterstützung in Teamsupervisionsgruppen zu gewährleisten, Werte und Normen werden hinterfragt, Persönlichkeitsmerkmale untersucht, Beziehungen und Strategien erarbeitet, um einen besseren Umgang miteinander zu bekommen.

Sprechen Sie mich gerne zu diesem Thema an.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

 

 

Schlafstörung

Psychotherapie Roth, nach dem Heilpraktikergesetz. Schlafstörung

Schlafprobleme

Schlaf ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Menschen, wie auch alle anderen Säugetiere, müssen schlafen, um ihre psychische und körperliche Gesundheit aufrechtzuerhalten. Dies liegt vor allem an drei zentralen Funktionen des Schlafs:


(1) Erholungsfunktion: Der Schlaf ist ein Zustand, in dem sich unser Körper regeneriert und sich von den Anstrengungen des Tages erholt.
(2) Gedächtnisfunktion: Im Schlaf finden Gedächtnisprozesse statt, die dazu führen, dass neue Gedächtnisinhalte vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übertragen werden.
(3) Verarbeitung von Emotionen: Der Schlaf trägt dazu bei, emotionale Gedächtnisinhalte zu verarbeiten, sodass die emotionale Intensität von (belastenden) Ereignissen über die Zeit hinweg geringer wird.


Wie diese Funktionen des Schlafs nahelegen, ist unser Gehirn im Schlaf sehr aktiv. Aus Laboruntersuchungen wissen wir, dass wir nachts mehrere Schlafstadien durchlaufen, hierbei wird zwischen REMSchlaf und Non-REM-Schlaf unterschieden.


(1) REM-Schlaf: Der Name »REM-Schlaf« basiert auf seinem nach außen hin am besten sichtbaren Merkmal – schnellen horizontale Augenbewegungen (REM = Rapid Eye Movements = schnelle Augenbewegungen). Dem REM-Schlaf wird vor allem eine Funktion für das emotionale Gedächtnis zugesprochen. Darüber hinaus findet im REM-Schlaf der Großteil des Träumens statt.


(2) Non-REM-Schlaf: Der Non-REM-Schlaf unterteilt sich in den »leichten Schlaf« (N1/N2) und »Tiefschlaf«. Während sich der leichte Schlaf dadurch auszeichnet, dass wir in dieser Schlafphase leicht durch Umweltreize erweckbar sind, zeichnet sich der Tiefschlaf durch eine schwere Erweckbarkeit aus. Tiefschlaf spielt eine wichtige Rolle für Gedächtnisprozesse und ist zentral für die Erholungsfunktion des Schlafs.
Die Schlafstadien werden in sogenannten »Schlafzyklen« durchlaufen, die zwischen 90 und 120 Minuten andauern. Etwa 20 % des Nachtschlafs entfallen jeweils auf den REM-Schlaf sowie den Tiefschlaf und ca. 60 % auf den leichten Schlaf. Darüber hinaus ist es normal, mehrmals pro Nacht zu erwachen – in den meisten Fällen können wir uns jedoch nicht an diese Wachphasen erinnern. Die Einschlafzeit einer gesunden Person mit durchschnittlichem Schlaf beträgt ca. 15 bis 20 Minuten.

Schlaf und psychische Störungen
Relevanz schlafbezogener Interventionen. Schlaf ist ein relevanter Gesundheits- und Krankheitsfaktor mit bedeutsamen für die Entstehung und Therapie psychischer Störungen:

Störungen der Schlafkontinuität und der Schlaftiefe sind eine störungsübergreifende Begleiterscheinung psychischer Erkrankungen

Schlafspezifische Interventionen normalisieren nicht nur das Schlafverhalten, sondern führen zusätzlich zu einer Reduktion störungsspezifischer Symptomatik.

Wird nach Gedanken in der Schlafsituation gefragt, berichten Patient:innen meistens sowohl schlafbezogene Sorgen z. B. Ich schaffe es wieder nicht, einzuschlafen als auch allgemeine Grübelgedanken z. B. über vermeintliche vergangene Fehler. Wird nach schlafbezogenen Gedanken am Tag
gefragt, berichten Betroffene häufig von Sorgen bzgl. des Zubettgehens bzw. dem Drang, den verpassten Schlaf aufzuholen. Das Schaubild sollte im Verlauf um den Punkt »Gedanken« und die Patientenbeispiele ergänzt werden. Ausgehend von den schlafbezogenen Gedanken und den Grübelinhalten können relevante Emotionen und assoziierte körperliche Reaktionen erfasst werden.


Einflussfaktoren auf die Schlafqualität.

Mehrere Alltagsvariablen beeinflussen die Schlafqualität. Zu den für den therapeutischen Kontext bedeutsamsten zählen folgende:

Personen mit Schlafproblemen zeigen eine bedeutsam erhöhte Variabilität in ihren Schlaf-Wach-Zeiten sowie in den Zeitpunkten ihrer Nahrungsaufnahme. Regelmäßige Tagesabläufe sind mit einer höheren Schlafqualität assoziiert.

Regelmäßiger Sport verbessert die Schlafqualität. Da Sport jedoch kurzfristig zu einer körperlichen Aktivierung führt, empfehle ich, dass in der Stunde vor dem Zubettgehen keine intensiven Sportübungen durchgeführt werden,

Regelmäßiger Alkoholkonsum führt zu einer höheren Einschlaflatenz, einer verringerten Schlafkontinuität und einer verringerten Schlafdauer
Der Schlafrhythmus wird u. a. durch den Kontakt mit Lichtquellen beeinflusst. Die Photorezeptoren des Auges reagieren dabei besonders stark auf sogenanntes »Blaues Licht« (im Wellenbereich zwischen 380 und 500 Nanometern), dass insbesondere von (Smartphone-, Laptop-, Fernseh-)Bildschirmen abgegeben wird. Daher hat die Dauer der Bildschirmnutzung in den Abendstunden vermutlich einen negativen Einfluss auf die Schlafqualität.
Neben Aspekten der Lebensführung sind es vor allem dysfunktionale Einstellungen über die Kontrollierbarkeit des Schlafs und die Konsequenzen von Schlafdeprivation, die zur Aufrechterhaltung von Schlafproblemen beitragen.

Wichtig
Schlafqualität, Schlafkontinuität und Einschlaflatenz können bei mir in der Therapie durch Modifikationen der Alltagsgestaltung und durch Kognitive Umstrukturierung beeinflusst werden.

Ziel in der Therapie

Ziele zu Schlaf und Schlafproblemen sind eine direkte Reduktion der psychischen Belastung (u. a. durch Relativierung von Schlafmythen und Vermittlung von Regeln der Schlafhygiene) und die Vorbereitung weiterführender Interventionen (u. a. durch Vorstellung des Rationals von Stimuluskontrolltechniken).
(1)
welche Funktionen Schlaf erfüllt,
(2)
durch welche Mechanismen das Schlafverhalten reguliert wird,
(3)
wie Schlafprobleme entstehen und durch was sie aufrechterhalten werden, und
(4)
wie Schlafprobleme behoben werden können.

Regelmäßige Tagesabläufe und Routinen können Ihre »innere Uhr« neu synchronisieren.

(1) Aufstehzeiten,
(2) Aktivitäts- und Arbeitszeiten,
(3) Essenszeiten,
(4) Zubettgeh-Routinen.


Setzen Sie die geplanten Tagesabläufe in den kommenden vier Wochen möglichst konsequent um.
Dies erleichtert es Ihrem Körper, sich an die neuen Routinen zu gewöhnen. Planen Sie gegebenenfalls seperate Routinen für die Wochenenden.

Beachten Sie bei der Planung Ihrer Tagesroutinen folgende Aspekte:

  • Man kann sich zum Aufstehen, aber nicht zum Einschlafen zwingen. Planen Sie daher eine regelmäßige
    Aufstehzeit, beschränken Sie sich aber bezüglich der Abendstunden darauf, den Beginn Ihrer Abendroutine zu planen – die tatsächliche Zubettgehzeit sollte jedoch vom Grad Ihrer Müdigkeitabhängen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre täglichen Aktivitäten nicht nur sitzende Tätigkeiten und nicht nur Aktivitäten in Innenräumen umfassen. Planen Sie stattdessen auch Aktivitäten, die stehend und/oder gehend sind und einen ausreichenden Kontakt zu Tageslicht gewährleisten.
  • Im Regelfall sollten Sie drei größere (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) und zwei kleinere (d. h.
    Snacks) Mahlzeiten einplanen. Verzichten Sie auf nächtliches Essen.

 

Wann schlafen wir gut?

Schlaf kann man weder erzwingen noch beliebig lange verhindern. Wir schlafen, wenn die Bedingungen dafür stimmen. Wann wir schlafen, ist primär von drei Dingen abhängig.


(1) Hat sich genug Schlafdruck aufgebaut?
Wachsein ist anstrengend. Je länger wir wach sind, desto mehr drängt der Körper darauf, wieder eine Pause machen zu können,
um sich zu erholen und Kraft zu tanken. In der Wissenschaft spricht man davon, dass sich »Schlafdruck« aufbaut. Je stärker der Schlafdruck, desto leichter schlafen wir ein. Schlafdruck kann daher sowohl viel zu groß sein, um im wachen Zustand Leistung zu erbringen, als auch viel zu niedrig, um einzuschlafen.
(2) Was sagt die innere Uhr?
Alle Säugetiere haben einen sogenannten »zirkadianen Rhythmus «. Das ist eine innere Uhr, die unserem Körper sagt, wann er was machen soll. Zum Beispiel, wann er sich auf körperliche Arbeit vorbereiten soll, wann es Zeit für eine Nahrungsaufnahme ist und wann es Zeit wird zu schlafen. Die Einstellung unserer inneren Uhr ist vor allem von zwei Dingen abhängig – zum einen von der verfügbaren Lichtmenge und zum anderen von der Tagesroutine (d. h. wann wird typischerweise gearbeitet, typischerweise gegessen und typischerweise geschlafen). Das heißt, wir können unsere
innere Uhr durch Veränderungen unserer Tagesroutinen unddurch die Variation der verfügbaren Lichtmenge selbst einstellen.
(3) Sind die Umgebungsbedingungen geeignet?
Es ist überlebensnotwendig, dass uns bestimmte Umgebungsbedingungen wachhalten bzw. aufwecken können. Ein »leichter Schlaf« konnte unseren Vorfahren in der Urzeit das Leben retten, denn er hat verhindert, dass diese in einer kalten Nacht erfrieren oder von Raubtieren überrascht werden konnten. Daher ist unsere Fähigkeit einzuschlafen nicht nur von der Helligkeit (siehe Punkt 2), sondern auch von Umgebungsgeräuschen und der Temperatur abhängig.

Teufelskreis der Schlafprobleme
Nach ihrem Entstehen werden Schlafprobleme durch zwei miteinander verbundene Teufelskreise aufrechterhalten.
Im ersten Teufelskreis führen negative schlafbezogene Gedanken zu emotionalen Reaktionen,
deren physiologische Auswirkungen den Schlaf beeinträchtigen. Im zweiten Teufelskreis führen negative schlafbezogene Gedanken zu kompensatorischen Verhaltensweisen, die ihrerseits Konsequenzenhaben, die nicht mit einem guten Schlaf vereinbar sind. Emotionale Reaktionen und kompensatorische Verhaltensweisen beeinflussen sich dabei gegenseitig.

Was tun, um gut zu schlafen?
Wir können uns nicht aktiv zwingen einzuschlafen, aber wir können einiges dafür tun, um optimale
Schlafbedingungen zu schaffen.

Regel 1: Der Schlafdruck muss hoch genug sein.
Um den Schlafdruck zu erhöhen, sollten Sie tagsüber möglichst aktiv sein. Arbeiten Sie, gehen Sie Freizeitaktivitäten nach, treiben Sie Sport, verbringen Sie Zeit mit anderen Menschen. Das füllt Ihr Leben aus und macht Spaß. Ganz nebenbei beanspruchen Sie Ihre Muskeln und Ihr Gehirn auch ausreichend, sodass diese das Schlafangebot dankend annehmen.

  •  Vermeiden Sie es, tagsüber Schlafdruck zu reduzieren, d. h. machen Sie keinen Mittagsschlaf. Viele Menschen empfinden einen Mittagsschlaf zwar als angenehm, aber insbesondere Menschen, die in der Nacht unter Schlafproblemen leiden, sollten zumindest vorübergehend auf einen Mittagsschlaf verzichten.
  • Gehen Sie erst schlafen, wenn Sie müde sind. Viele Menschen, die unter Schlafproblemen leiden,
    versuchen möglichst viel Zeit im Bett zu verbringen. Das ist nachvollziehbar, aber leider nicht hilfreich.
    Stattdessen sollten Sie erst zu Bett gehen, wenn Ihr Körper auch wirklich bereit dafür ist (d. h. wenn Sie gähnen, Ihr Körper schwer wird und Sie sich schläfrig fühlen).
    Fazit
    Aktiv sein, kein Mittagsschlaf und erst ins Bett, wenn Sie müde sind.

Regel 2: Die innere Uhr muss richtig eingestellt sein.

  • Um die innere Uhr richtig einzustellen, sollten wir jeden Tag etwa zur gleichen Zeit aufstehen.
    Manchen Menschen fällt das am Anfang schwer, aber es wird mit der Zeit immer leichter. Hat Ihr Körper sich erst an den Rhythmus gewöhnt, beginnt er bereits vor dem Klingeln des Weckers, das Aufwachen vorzubereiten.
  • Ein weiterer wichtiger Taktgeber für die innere Uhr sind die Essenszeiten und die täglichen Aktivitäten.
    Sie sollten jeden Tag etwa zur gleichen Zeit essen und auch die anstrengenden Aktivitäten des Tages sollten immer ungefähr in den gleichen Zeitfenstern liegen. Das hilft Ihrem Körper, sich auf die Aktivitäten vorzubereiten.
  • In Wachphasen sollte es hell sein und Schlafphasen sollten durch zunehmende Dunkelheit eingeleitet werden. Das heißt, Sie sollten tagsüber ausreichend Kontakt zu Tageslicht haben und in den Stunden vor dem Schlafengehen intensive Lichtquellen vermeiden. Lichtquellen, die insbesondere das Einschlafen behindern können, sind Fernseh- bzw. Computerbildschirme und Smartphone- Displays. Das liegt daran, dass diese viele Lichtstrahlen im Wellenbereich von 380 bis 500 Nanometern ausstrahlen. Dieses sogenannte »blaue Licht« wirkt sich besonders stark auf die Photorezeptoren der Augen aus. Das heißt, dass zwischen der Benutzung von Fernsehern, Computern und Smartphone und dem Zubettgehen mindestens 30 Minuten liegen sollten.
    Fazit
    Tagesroutine aufbauen und »blaues Licht« am Abend meiden.

Für weitere Fragen stehe ich gerne in einem Erstgespräch zur Verfügung.

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer, Therapiezentrum Roth

 

 

Emotionen

Emotionen und Emotionsregulation

Das Wort Emotion geht auf den Psychiater Eugen Bleuler zurück, der es von motio (lat. Bewegung) ableitete. Mit der Vorsilbe e- kann es als heraus-bewegen verstanden werden. Emotionen motivieren uns, bestimmte Verhaltensprogramme zu zeigen. Wer Angst hat, flieht, erstarrt oder unterwirft sich (je nach Situationsanforderung). Wer trauert, zieht sich zurück und fährt sein Aktivitätsniveau herunter. Wer sich schämt, macht sich klein und sorgt dafür, möglichst nicht gesehen zu werden.

Mit steigender Intensität von Emotionen, erleben wir die Handlungstendenz als drängender. Es fällt uns zunehmend schwerer, sich ihr zu widersetzen. Es hat es sich im Laufe der Evolution bewährt, den Handlungstendenzen zu folgen. Allerdings haben Menschen in den meisten Fällen die Möglichkeit, die vorgeschlagenen Verhaltensweisen nicht auszuführen.

Emotionen bezeichnen Gefühls-Reaktionsmuster, die sowohl eine subjektive Erlebenskomponente als auch spezifische Verhaltenstendenzen und körperliche Veränderungen einschließen. Darüber hinaus beeinflusst der emotionale Zustand einer Person ihre Aufmerksamkeitslenkung, den Abruf und das Speichern von Gedächtnisinhalten sowie das logische Schlussfolgern.

Emotionen können als das Resultat eines Bewertungsprozesses (Kognitionen) verstanden werden, sie teilen uns (durch das Gefühl) und anderen (z. B. durch das Verhalten) das Ergebnis eines Soll-Ist-Vergleichs über den aktuellen Zustand mit (z. B. Ich will meine körperliche Unversehrtheit
bewahren, sehe mich jedoch einem Aggressor ausgesetzt, (ich fände es peinlich, oder furchtbar) = Entstehung eines Angstgefühls;  weit geöffnete Augen, aufgerissener Mund; abwehrende Arm- und Handhaltung). Emotionen aktivieren  Erlebens- und Verhaltenstendenzen sowie assoziierte physiologische Reaktionen.

Dadurch kommt Emotionen eine wesentliche Rolle bei der Befriedigung von Bedürfnissen und der
Regulation sozialer Interaktionen zu. Emotionale Probleme sind ein Kernmerkmal psychischer Erkrankungen und Defizite der Emotionsregulation ein transdiagnostisch relevanter pathogener Prozess.


Wichtig
Zwischen emotionalen Reaktionen, physiologischen Zuständen, kognitiven Prozessen und (un)willkürlichen Verhaltensmustern bestehen wechselseitige Zusammenhänge.


Emotionen und psychische Störungen
Dysregulationen im Ausmaß von Freude bzw. Traurigkeit und ein Übermaß an Angst (Angststörungen) sind quasi namensgebend für ganze Diagnosekategorien. Darüber hinaus zeigt die Forschung insbesondere eine Assoziation von psychischen Störungen mit Ärger sowie den selbstkritischen Emotionen Scham und Schuld:
Ärger tritt auf, wenn wir eine Situation bzw. das Verhalten anderer Menschen als einschränkend oder grenzverletzend erleben. Sowohl die Intensität des erlebten Ärgers als auch seine Internalisierung zeigen Zusammenhänge mit der Schwere der Symptomatik u. a. von Angststörungen, depressiven Störungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen.


Scham tritt auf, wenn wir (eigene oder fremde) Standards verfehlen, und Schuld, wenn wir das Verursachen einer Fremd- oder Selbstschädigung bereuen. Auch Scham und Schuld zeigen Zusammenhänge mit der Schwere der Symptomatik von Angststörungen, depressiven Störungen. Werden Scham und Schuld gleichzeitig in einem statistischen Modell berücksichtigt, zeigt sich, dass Schuld nicht länger bedeutsam ist und für die meisten Störungsbilder nur Schameinen eigenständigen Zusammenhang mit der Symptomatik aufweist.

Formel für die Emotions- und Verhaltensentstehung

SituationKognition (Perspektive)+Kognition (Schlussfolgerung) + Kognition (Bewerten) + Kognition (Strategie)  = Reaktion (Emotion z.B Angst) = Reaktion ( Physiologie z.B. Zittern) = Reaktion (Verhalten z.B. Flucht/Vermeidung)

 

 

Das Erstgespräch

Das erwartet Sie zum erstgespräch bei uns in der Praxis


(1) Ich begrüße Sie und begleite Sie zu Ihrem Platz, nach einer kurzen Einleitung erläutere Ich Ihnen Inhalt und Ziel des Erstgesprächs: Was haben Sie zu erwarten, was wird heute besprochen, was später?

(2) Warum kommen Sie in die Behandlung, was führt Sie zu mir und warum gerade jetzt?

(3) Dann werden wir die Problematiken schon im Erstgespräch herausarbeiten und resultierende Symptome erheben:

  • Unter welchen Emotionen,Verhaltensweisen und Konsequenzen leiden Sie überwiegend?
  • Wie häufig?
  • Wie lange schon? Wie stark?
  • Welche Beeinträchtigungen gibt es im Alltag?
  • Erstmalig? Falls nein: zeitliche Entwicklung.

(4) Vorläufige diagnostische Einordnung die wir gemeinsam besprechen. Symptomatiken, Ursachen, Verdachtsdiagnose(n)

(5) Könnte es somatische Ursachen für die Beschwerden geben? Gibt es körperliche Beschwerden oder Erkrankungen,
die die Problematik verursachen (z. B. Schilddrüsenerkrankung, Hormonstörung) oder die dadurch bedingt sein könnten (z. B. psychosomatische Erkrankungen)?

(6) Über welche Bewältigungsstrategien und Therapieerfahrungen verfügen Sie (bereits)?

(8) Welche konkreten Erwartungen und Therapieziele haben Sie?

(9) Dann erläutere ich Ihnen das therapeutisches Vorgehen: Was erwartet Sie in Ihrer Behandlung ? Ich beschreibe Ihnen ausführlich wie wir gemeinsam an der Problematik arbeiten, mit welchen Verfahren und stelle diese Ihnen vor.

(10) In Schritt 10 besprechen wir Ihre Therapieziele.

(11) Dann nehmen wir uns die nötige Zeit und besprechen Ihre Fragen, z.B organisatorisches: Kostenträger (z.B. private Krankenversicherung, BG) Termine, ggf. somatische Abklärung durch einen Hausarztbesuch, u .a

 

Da es uns aus zeitlichen Gründen nicht immer möglich ist Ihre Terminwünsche persönlich entgegen zu nehemen und zu bearbeiten, haben wir die Möglichkeit der Onlineterminierung Doctena für Sie eingerichtet, Sie können sich Ihren Termin ganz bequem selbst reservieren.

 

Herzliche Grüße, Ralf Baumhöfer

Einführung in die Kognitive Verhaltenstherapie-Basiswissen

Weiterbildung Kognitive Verhaltenstherapie/ Kognitive Beratung in Roth.

Termin am 01/02.04.2023

Herzlich Willkommen zur Einführung in die Kognitive Verhaltenstherapie.

Die Basis aller Formen Kognitiver Verhaltenstherapien besteht im Prozess der Kognitiven Umstrukturierung, in dem die herausgearbeiteten Bewertungssysteme der Patienten auf Realitätsbezug, Logik und Funktionalität bzw. Zielgerichtetheit geprüft und die für eine emotionale Störung oder gestörtes Verhalten verantwortlichen Denkmuster modifiziert werden.

Grafik: Die Grundidee der kognitiven Verhaltenstherapie: Gedanken, Gefühle und Verhalten hängen eng zusammen
Im Unterschied zur klassischen Verhaltenstherapie bemühen sich Kognitive Verhaltenstherapeuten zunächst um die Veränderung irrationaler oder dysfunktionaler Gedankenmuster, bevor auch sie daran gehen, mithilfe strukturierter Arbeits und Übungsprogramme die auf der Einsichtsebene gewonnenen Erkenntnisse in neues, zielgerichtetes Denken und Verhalten umzusetzen. Dazu werden die Patienten in verhaltenstherapeutischer Manier ermuntert, ihr zunächst noch theoretisches Wissen durch neue Erfahrungen in Verhaltensübungen auch glauben zu lernen.
Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eine erfolgreiche Kognitive Umstrukturierung fördern, sind interaktionistisch, und der Weg dorthin führt oftmals über philosophische Betrachtungen. Dieser Prozess lässt sich in fünf Phasen unterteilen und beschreiben:

  • Die Emotionsentstehung
  • Dysfunktionale Konzepte und Denkstile aufspüren, sichtbar machen. (Analyse der Emotion)
  • Identifizierte Konzepte auf Angemessenheit prüfen
  • Neue, funktionale Konzepte erstellen.
  • Neue Konzepte glauben lernen.

Dieser Workshop wird zertifiziert und richtet sich an Personen, die psychotherapeutisch oder beratend im psychosozialen Sektor arbeiten oder sich hierzu in Ausbildung befinden.

Sie lernen die Basiselemente der Kognitiven Verhaltenstherapie kennen.
• das Konzept und die therapeutische Haltung
• Behandlungskonzepte und verschiedene Werkzeuge.
• das Wahrheitskonzept.
• Gesprächsführung und Disputtechniken
• das Glaubenlernen neuer Konzepte.

Diese Fortbildung umfasst 16 Themenpunkte a 45min und findet Samstags und Sonntags statt.

Der Kursabschluss ist zertifiziert bei mindestens 90% Anwesenheit bezogen auf die Kursdauer.

Dozenten: Ralf Baumhöfer, Heilpraktiker für Psychotherapie , Stefanie Voss, Heilpraktikerin für Psychotherapie

[tmm name=“dozenten“]

Anmeldung schriftlich: Email: ralf.baumhoefer@gmail.com

Kosten: 360 EUR, Anzahlung 50 EUR

Ort der Veranstaltung:

Schulung und Therapie Mittelfranken (Therapiezentrum Roth)

Sieh-Dich-Für-Weg 4

91154 Roth

Für Fragen stehen wir Ihnen auch sehr gerne telefonisch zur Verfügung, hinterlassen Sie uns dazu Ihre Telefonnummer in einer Email und wir rufen Sie gerne zurück.

Unsere Räumlichkeiten befinden sich in der 2. Etage, ein Aufzug ist vorhanden

Onlinetherapie

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit der Videosprechstunde

Onlinetherapie wird unter datenschutzrechtlichen Bedingungen ebenfalls angeboten.

Das Erstgespräch findet vorab in der Praxis statt, dieses ist auch aus rechtlichen Gründen notwendig.

Die Video-Sprechstunde von „Doctena“ erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich des Datenschutzes und der Datensicherheit. Der Zertifizierungsprozess für die Anerkennung der Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen soll zeitnah abgeschlossen werden. Für Selbstzahler und privatversicherte Patienten ist dies natürlich nicht notwendig.“

Hier sehen Sie ein Erklärungsvideo zum Ablauf, bitte klicken Sie dazu auf den Link, sie werden zu Youtube weitergeleitet. https://www.youtube.com/watch?v=s24v5SblVrY&feature=youtu.be

Unten auf Startseite finden Sie unsere Onlineterminierung Doctena, wählen Sie sich dazu Ihren Besuchsgrund, klicken Sie auf Videosprechstunde und reservieren sich Ihren Termin, Sie bekommen daraufhin eine Bestätigung.

Die Videosprechstunde dauert 60 Minuten und kostet 110 EUR. Weitere Fragen klären wir dann im Erstgespräch persönlich.

Für weiter Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ralf Baumhöfer

Soziale Beziehungen

Interpersonelle Ambivalenzen

Zwischenmenschliche Beziehungen werden als eine der wichtigsten Komponenten von psychischer Gesundheit und Zufriedenheit angesehen, und die Fähigkeit, diese aufrechtzuerhalten als eine zentrale Kompetenz im Rahmen psychischer Gesundheit.

Zwischenmenschliche Beziehungen sind für das allgemeine Wohlbefinden auf den verschiedensten interpersonellen Ebenen wie Familie, Beruf oder Schule von zentraler Bedeutung. Der Gegenspieler von zwischenmenschlichem Zugehörigkeitsgefühl, das subjektive Gefühl der Einsamkeit wirkt sich hingegen bei lang andauerndem, chronischem Auftreten negativ auf die psychische als auch physische Gesundheit aus. Definiert als die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen und den gewünschten sozialen Beziehungen einer Person kann akute Einsamkeit evolutionär betrachtet jedoch auch als ein überlebenswichtiges Gefühl bzw. biologisches Mangelsignal betrachtet werden, welches uns Menschen auffordert, uns mehr und aktiv um soziale Kontakte zu bemühen. Allerdings sollten wir dann über entsprechende interpersonelle (zwischenmenschliche) Fertigkeiten verfügen, um unser soziales Netz aktiv zu vergrößern bzw. intensivieren zu können. Soziale Beziehungen und  Verhaltensweisen spielen folgerichtig in der klinischen Psychologie eine große Rolle. Interpersonelle Probleme und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zur chronischen Einsamkeit sind dabei ein zentrales Problem verschiedener psychischer Erkrankungen. Dieses betrifft nicht nur Patienten mit Persönlichkeitsstörungen, denen per definitionem interpersonelle Probleme inhärent sind, sondern insbesondere auch Patienten, welche unter affektiven Störungen z.B. Depressionen, einer sozialen Phobie oder auch Abhängigkeitserkrankungen leiden. Genaugenommen können sich diese zwischenmenschlichen Probleme bei fast allen psychischen Störungen wiederfinden. Daher ist die Bearbeitung dieser Problematiken in der Einzel- als auch Gruppentherapie von zentraler Bedeutung.

Analyse und Bearbeitung interpersonellen Verhaltens in der Therapie

Bei der näheren Betrachtung zwischenmenschlicher Probleme und deren Aufrechterhaltung gilt ein Hauptaugenmerk spezifischen und konkreten  Situationen. Dabei bedarf es spezifischer Analysetechniken, um schwierige zwischenmenschliche Situationen einerseits besser zu verstehen und andererseits konkrete Fertigkeiten zu erwerben, um die auftretenden interpersonellen Probleme zu lösen. Das Training fokussiert dabei auf vier wesentliche Aspekte:

(1) Reflektion des eigenen Verhaltens . Durch die Reflektion des eigenen Verhaltens soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie Klienten selbst in sozialen Interaktionen wirken und welche Konsequenzen diese Verhaltensweisen auf ihre Interaktionspartner haben. Durch die komplementären Reaktionstendenzen des wird für die Klienten verständlich und erlebbar, wie sich (ungünstige) Interaktionsmuster stabilisieren und welche interpersonellen Konsequenzen die Folge sein können.

(2) Nonverbale und verbale Kommunikation. Die Methode und seine verschiedenen Positionen erlauben nicht nur eine Analyse des eigenen Verhaltens und der zugrundeliegenden Interaktionsmuster. Er stellt auch Ausgangspunkt dar, um anhand verschiedener Übungen und Strategien die nonverbale und verbale Kommunikation zu reflektieren und zu verändern. Im meiner Therapie werden gezielt nonverbale und verbale Kommunikationsmuster der Patienten auf ihre Bedeutung im zwischenmenschlichen Kontext analysiert. Darauf aufbauend sollen Patienten neue Formen von nonverbaler und verbaler Kommunikation erlernen und trainieren.

(3) Konflikt-und Empathie -training. Patienten mit interpersonellen Problemen zeigen häufig große Schwierigkeiten interpersonelle Konflikte zu bewältigen bzw. sich diesen überhaupt zu stellen. Deshalb werden spezifische Techniken zum Konfliktlösetraining vorgestellt, die an praktischen Beispielen trainiert werden. Zugleich kommt es vor, dass sich Patienten in besonders emotionalen interpersonellen Situationen nur noch schwer oder gar nicht in die Perspektive des Gegenübers hineinversetzen können – ein Umstand, der die Probleme meist zusätzlich verstärkt. Hier dient ein Empathietraining dazu, Patienten ein besseres Verständnis zwischenmenschlicher Situationen zu ermöglichen, um aus ihnen Lösungsansätze für ihre individuellen Probleme zu generieren.

(4) Rollenspiele. Alle zuvor beschriebenen Elemente werden in Rollenspielen zusammengeführt. Rollenspiele bilden einen zentralen Bestandteil der Therapie. Hierdurch werden Veränderungen des eigenen Verhaltens erlebbar gemacht und neue Strategien im Umgang mit zwischenmenschlichen Problemen entwickelt.

Diese Bestandteile stellen die Voraussetzung dafür dar, in schwierigen Situationen eigene Ziele und Bedürfnisse zu erreichen. Fertigkeiten in der Psychotherapie sind dabei als transdiagnostische Interventionen zu verstehen, die wiederum bedeutsam für das Therapieergebnis sind.

Zusammenfassung

Zwischenmenschliche Beziehungen sind für die psychische Gesundheit von elementarer Bedeutung. Eine ganze Strömung in der Psychologie hat sich auf Basis dieser Erkenntnis entwickelt. Vertreter der Interpersonalen Theorie betrachten eine gestörte Person-Umwelt-Interaktion als Ursache für die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen. Mittlerweile konnte die Relevanz interpersoneller Probleme in diversen empirischen Untersuchungen für verschiedene psychische Erkrankungen nachgewiesen werden. Damit sind interpersonelle Probleme für den psychotherapeutischen Prozess von großer Relevanz. Ein möglicher Ansatz für die Behandlung zwischenmenschlicher Probleme stellt dabei die im Konzept praktizierte Verknüpfung früher biographischer Beziehungserfahrungen mit heutigen  Fertigkeiten Defiziten dar. Nach der Erarbeitung von Prägungen und Übertragungshypothesen, dem Transfer der Beziehungserwartungen des Patienten auf die Therapie, können spezifische Problemlösestrategien genutzt werden, um Probleme in sozialen Beziehungen zu bearbeiten, und die zwischenmenschlichen Beziehungen der Patienten zu verbessern.

Gerne berate ich Sie dazu in einem Erstgespräch.
Herzliche Grüße,
Ralf Baumhöfer